„Eine Partnerschaft ist keine Altersvorsorge“
Warum ist private Altersvorsorge so wichtig?
Private Vorsorge heißt, in die eigene Unabhängigkeit zu investieren. Es ist immer vernünftig, auf zwei Beinen zu stehen – so auch bei der Altersvorsorge. Sich in finanziellen Angelegenheiten nur auf den Staat oder den eigenen Partner zu verlassen, ist oft zu kurz gedacht. Auch wenn es unromantisch klingt: Eine Ehe allein ist noch keine gute Altersvorsorge. Nur wer rechtzeitig entsprechend Eigenverantwortung übernimmt, kann sich davor schützen, in die Altersarmut abzurutschen. Angesichts des stark belasteten Staatsbudgets und des demografischen Wandels ist finanzielle Selbstbestimmung für uns alle ein Gebot der Stunde.
Weshalb der Fokus auf Frauen?
Weil es Fakt ist, dass Frauen in Folge des Gender Pay Gap auch deutlich weniger Pension bekommen als Männer. Im Schnitt fehlen ihnen rund 30 Prozent! Daher ist private Vorsorge gerade für Frauen ein so zentrales Thema, das wir mit unserer Kampagne #frausorgtvor öffentlich ansprechen. Denn gerade Frauen neigen oft dazu, sich mehr um andere zu kümmern als um sich selbst.
Eine Partnerschaft ist niemals eine verlässliche Absicherung für die Zukunft – das zeigen nicht zuletzt die vielen Schicksale alleinerziehender Frauen.
Sie machen sich seit Langem fürs Thema Frauenvorsorge stark. Warum?
Wir alle kennen die Zahlen: Frauen verdienen im Durchschnitt weniger als Männer, arbeiten häufiger in Teilzeit und stehen am Ende ihres Berufslebens mit einer deutlich kleineren Pension da. Das bedeutet nicht weniger als finanzielle Abhängigkeit, Unsicherheit und im schlimmsten Fall Altersarmut. Das können und dürfen wir als Gesellschaft nicht akzeptieren! Es geht hier nicht nur um Gleichberechtigung auf dem Papier, sondern um echte, gelebte Chancengleichheit. Wir müssen endlich dafür sorgen, dass Frauen für die gleiche Arbeit auch das gleiche Geld bekommen. Das ist mir wichtig!
Was können speziell Frauen tun?
Der erste und zugleich wichtigste Schritt aus meiner Sicht ist, sich überhaupt mit dem Thema Pension zu beschäftigen. Ein Blick auf das persönliche Pensionskonto ist dabei ein erster guter Anhaltspunkt. Auch wer nur wenig frei verfügbares Einkommen im Monat hat, kann sich schon mit kleinen Beträgen – die man später jederzeit an ein steigendes Einkommen anpassen kann – dank des Zinseszinseffekts über die Jahre eine solide Altersvorsorge aufbauen. Wesentlich ist der Faktor Zeit. Daher lautet meine Empfehlung, so früh wie möglich mit der Vorsorge zu starten.
Wie genau unterstützt die Wiener Städtische Frauen?
Mit unserer Kampagne #frausorgtvor. Ziel dabei ist es, neben einer verstärkten Bewusstseinsbildung den Frauen auch konkrete Lösungsansätze anzubieten. Das reicht von der Basisabsicherung mit einer prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge über Lösungen in der fondsgebundenen Lebensversicherung vor allem für Jüngere bis hin zu umfassenden Zusatzpaketen, etwa der Prämienübernahme durch die Wiener Städtische bei Geburt, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit. Wir empfehlen, gemeinsam mit einer Beraterin oder einem Berater, zu analysieren, wie groß die Pensionslücke – also die Differenz zwischen letztem Einkommen und der Pension – später ausfallen wird und wie man sie am besten frühzeitig reduzieren kann.
Was also raten Sie Frauen, wenn es um das Thema Vorsorge geht?
Mein Tipp an alle Frauen: Interessieren Sie sich für das Thema Vorsorge, nehmen Sie das selbst in die Hand, und starten Sie möglichst in jungen Jahren mit Ihrer privaten Altersvorsorge. Denn: Sich in finanziellen Angelegenheiten nur auf den Staat oder den eigenen Partner zu verlassen, ist oft zu kurz gedacht. Nur wer rechtzeitig entsprechend Eigenverantwortung übernimmt, kann sich davor schützen, in die Altersarmut abzurutschen.