Barbara Orazume leitet an der TU Wien Academy for Continuing Education (ACE) den Fachbereich Short Courses & Accelerated Learning.
Just-in-time-Lernen wird immer wichtiger
Wie haben sich die Anforderungen an Weiterbildungsangebote verändert?
Barbara Orazume: Aufgrund zunehmenden Veränderungsdrucks – durch technologische, gesellschaftliche und innovative Entwicklungen – steigt in Organisationen die Dringlichkeit, Mitarbeitende schnell und flexibel auf neue Anforderungen vorzubereiten. Gleichzeitig sind Budgets für Weiterbildung oft knapp, was die Nachfrage nach kurzen, prägnanten Formaten verstärkt. Akademische Ausbildungen bleiben essenziell für fundiertes Wissen, doch gewinnt „Just-in-time“-Lernen an Bedeutung, um rasch handlungsfähig zu sein. Der Fokus verschiebt sich vom reinen Wissensaufbau hin zu kompetenzorientierten Weiterbildungsmaßnahmen, die Entscheidungs- und Handlungssicherheit fördern. Für Lernende bedeutet das: Weiterbildung soll nicht nur informieren, sondern befähigen – mit hoher Aktualität, effizientem Ressourceneinsatz und einem klaren Transfer in die berufliche Praxis.
Was bedeutet das konkret für Unternehmen?
Unternehmen müssen heute ein vielfältiges und breit gefächertes Weiterbildungsportfolio bereitstellen, um individuelle Kompetenzentwicklung auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen Rollen zu ermöglichen. Dies erfordert vermehrt die Zusammenarbeit mit externen Partnern, da interne Angebote allein nicht mehr ausreichen. Zugleich tragen HR und Führungskräfte zentrale Verantwortung für die Zukunftsfähigkeit der Organisation. Sie gestalten eine kollaborative, lern- und innovationsfördernde Kultur, die kontinuierliche Entwicklung ermöglicht. Damit verändern sich auch die Rollen der Lernverantwortlichen, die zunehmend strategisch und kulturorientiert agieren, um die Lernfähigkeit der Organisation angesichts des Wandels zu sichern.
Inwiefern unterscheiden sich Short Courses von traditionellen Weiterbildungsformaten?
Short Courses unterscheiden sich von traditionellen Weiterbildungen durch ihre kompakte Struktur, Flexibilität und fokussierten Inhalte. Während klassische Formate eine umfassende Wissensvermittlung und Persönlichkeitsentwicklung bieten, sind Short Courses ideal, um schnell spezifische Kompetenzen im Berufsalltag zu erwerben oder zu vertiefen, ohne lange Bindungsfristen. Sie lassen sich gut in den Arbeitsalltag integrieren, sind effizient und anpassbar für Einzelpersonen und Unternehmen. Somit ergänzen sie die Grundausbildung und fördern lebenslanges Lernen auf praktische und wirtschaftliche Weise.
Wie stellen Sie sicher, dass die Inhalte der Short Courses praxisnah und relevant sind?
Die Praxisnähe und Relevanz unserer Short Courses sichern wir durch die gezielte Auswahl der Vortragenden: Sie vereinen wissenschaftliche Fundierung mit substanzieller Erfahrung in Unternehmen. Viele sind in angewandter Forschung und Industrieprojekten aktiv, was ihre Inhalte praxisorientiert macht. Zusätzlich fließt unser starkes Netzwerk aus Unternehmenskooperationen und Alumni der MBA-Programme aktiv in die Formate ein. Die kompakte Struktur fördert darüber hinaus einen intensiven, dialogorientierten Austausch unter den Teilnehmenden – und damit einen unmittelbaren Transfer in die berufliche Praxis.
Fachliche Relevanz mit Expertise
Profitieren Sie von der langjährigen Erfahrung und dem fundierten Wissen der TU Wien in den Bereichen Management, Leadership und Technologie. Unsere Seminare & Konferenzen sind speziell auf die aktuellen und zukünftigen Trends der modernen Arbeitswelt ausgerichtet, inklusive Schlüsselthemen wie KI und Data Science.
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