Warum empfiehlt ChatGPT manche Marken und andere nicht?
Die neue Vorauswahl
Immer mehr Menschen recherchieren nicht mehr selbst. Sie lassen sich von ChatGPT, Google Gemini, Microsoft Copilot oder Claude beraten. Laut McKinsey nutzt bereits die Hälfte der Konsumenten aktiv KI-gestützte Suche. Allein in den USA soll darüber bis 2028 ein Umsatz von rund 750 Milliarden Dollar fließen. Im B2B-Geschäft ist die Entwicklung schon weiter: Laut Forrester setzen mittlerweile 94 Prozent der Einkäufer KI in ihrem Beschaffungsprozess ein und bezeichnen generative KI inzwischen häufiger als wichtigste Informationsquelle als Herstellerwebsites, Fachleute oder den Vertrieb. Studien zu Googles KI-Modus zeigen zudem: 88 Prozent der Nutzer vertrauen den KI-Empfehlungen, ohne selbst weiter zu recherchieren.
Die Reihenfolge einer Kaufentscheidung hat sich damit verschoben. Die KI trifft die Vorauswahl. Der Mensch entscheidet nur noch zwischen den Marken, die ihm genannt werden.
Wonach KI wirklich entscheidet
Eine Untersuchung der University of Toronto hat verglichen, worauf sich klassische Google-Suche und KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini und Claude stützen. Google zeigt einen ausgewogenen Mix aus markeneigenen Inhalten, sozialen Netzwerken und unabhängigen Quellen. KI-Systeme wie ChatGPT stützen sich dagegen zu 85 bis über 90 Prozent auf unabhängige Dritte: Fachmedien, Testberichte, Vergleichsportale. Was eine Marke selbst über sich schreibt, spielt für die Antwort eine untergeordnete Rolle.
„KI empfiehlt nicht das, was eine Marke über sich selbst sagt. Sie empfiehlt das, was glaubwürdige Dritte über sie sagen.“
- Alexander Rus, Gründer und Geschäftsführer, Evergreen Media
Der Mechanismus dahinter folgt einem klaren Muster. Am Anfang steht die eigene Website: Sie liefert die Fakten, was eine Marke ist, was sie anbietet, für wen. Diese Fakten allein reichen der KI aber nicht, schließlich könnte jedes Unternehmen über sich selbst schreiben, was es will. Bestätigung kommt erst von unabhängigen Drittquellen wie Medienberichten, Fachartikeln und Vergleichsportalen, die einordnen, ob das auch stimmt, was die Marke über sich behauptet. Soziale Medien und Foren wirken danach nur noch als Verstärker: Sie machen bereits vorhandene Substanz sichtbarer, ersetzen sie aber nicht.
Wie stark das wirken kann, zeigt sich in der Beratungspraxis von Evergreen Media. Ein internationaler B2B-Software-Marktführer kann in der KI-Recherche seiner eigenen Zielgruppe plötzlich hinter deutlich kleineren Wettbewerbern auftauchen, obwohl das eigene Produkt im jeweiligen Markt einwandfrei funktioniert. Der Grund lag in diesem spezifischen Fall darin, dass dasselbe Produkt unter gleichem Namen in einem anderen Land schlechter dasteht und dort in sozialen Netzwerken kritisch diskutiert wird. Die KI trennt diese Märkte nicht zwangsläufig, sie sieht zuerst einmal ein Produkt.
Das erklärt, warum wirtschaftlich starke Unternehmen in KI-Antworten trotzdem kaum vorkommen können. Ein Test der Forscher in einer ganzen Produktkategorie zeigt zudem einen strukturellen Vorteil für ohnehin bekannte Marken: Bei allgemeinen Anfragen ohne Markennennung fielen mehr als 60 Prozent der genannten Marken auf die jeweils größten, etablierten Anbieter. Kleinere und spezialisierte Unternehmen müssen sich ihre KI-Sichtbarkeit, engl. AI Visibility, gezielt über glaubwürdige Drittquellen erarbeiten, wo größere Marken sie fast automatisch bekommen.
Jedes Modell tickt anders
Für „die KI“ sichtbar zu sein, reicht nicht. Es gibt nicht die eine KI. ChatGPT, Gemini, Copilot und Claude ziehen unterschiedliche Quellen heran und gewichten sie unterschiedlich. Claude und ChatGPT verlassen sich besonders stark auf unabhängige Fachquellen und bleiben dabei über verschiedene Sprachen hinweg vergleichsweise konsistent. Gemini bindet durch Googles jahrzehntelange Sucherfahrung tendenziell mehr markeneigene Inhalte ein. Für Unternehmen besonders relevant: Laut Forrester nutzen B2B-Einkäufer Microsoft Copilot viermal häufiger als private Verbraucher.
Eine Marke kann deshalb in einem Modell prominent auftauchen und im nächsten praktisch fehlen, je nachdem, welche Quellen dieses Modell für glaubwürdig hält.
Was das für Unternehmen bedeutet
Laut McKinsey macht die eigene Website oft nur 5 bis 10 Prozent der Quellen aus, auf die sich KI-Suche stützt. Selbst Marktführer sind deshalb nicht automatisch sichtbar, nur weil sie in der klassischen Google-Suche gut platziert sind. Gleichzeitig verfolgt laut derselben Untersuchung bislang erst jedes sechste Unternehmen systematisch, wie KI-Systeme über die eigene Marke berichten.
Digitale Sichtbarkeit reicht damit über die Marketingabteilung hinaus. Sie entscheidet mit, ob ein Unternehmen in den Momenten vorkommt, in denen Kunden und Geschäftspartner ihre Auswahl treffen, lange bevor ein Vertriebsgespräch überhaupt zustande kommt.
Klarheit als erster Schritt
Evergreen Media begleitet Unternehmen dabei, in der KI-Ära gefunden, empfohlen und ausgewählt zu werden. Der erste Schritt dazu ist ein AI Visibility Audit: Es zeigt, wie eine Marke heute in ihren relevanten Kategorien bei ChatGPT, Gemini, Copilot und Claude genannt wird, wo im Vergleich zum Wettbewerb Handlungsbedarf besteht und welche Hebel die größte Wirkung auf die eigene KI-Sichtbarkeit haben. Daraus entsteht die Grundlage für die weiteren strategischen Schritte.
Übrigens: Wie Unternehmen in KI-Systemen sichtbar werden, zeigt Gründer und Geschäftsführer Alexander Rus regelmäßig auf dem größten deutschsprachigen YouTube-Kanal zu den Themen AI Visibility, Search und Digital PR.
Kontaktbox:
Evergreen Media AR GmbH
Museumstraße 1
6020 Innsbruck
Telefon: +436763942653
E-Mail: [email protected]
Webseite: https://www.evergreen.media/