Auf dem Bild ist Alfred Hudler, der entlassene Chef der Spanischen Hofreitschule, zu sehen. Hinter ihm hängen zahlreiche Sattel an einer Wand.
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Spanische Hofreitschule: Alfred Hudlers weiße Weste

Die Staatsanwaltschaft Wien hat die Ermittlungen gegen den früheren Chef der Hofreitschule zur Gänze eingestellt.

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Der Skandal um die Absetzung von Alfred Hudler als Chef der Spanischen Hofreitschule ist seit Dienstag vergangener Woche zumindest strafrechtlich erledigt. „Ein strafbares Verhalten des ehemaligen Geschäftsführers Dr. Alfred Hudler ist nicht erweislich“, heißt es in einer Benachrichtigung der Staatsanwaltschaft Wien vom 5. Mai, die profil vorliegt.

Es besteht demnach „kein tatsächlicher Grund zur weiteren Verfolgung“. Das Ermittlungsverfahren ist eingestellt. Der Schaden ist dennoch angerichtet.

Im Sommer des Vorjahres wurde Alfred Hudler unter großem medialen Getöse gefeuert. Er habe Familienurlaube als Dienstreisen deklariert, Privatausgaben als Spesen abgerechnet, hieß es. Ausgangspunkt der Affäre war Johannes Abentung, als Generalsekretär die rechte Hand von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig. Er hatte auf eine Entlassung Hudlers gedrängt, ohne die Vorwürfe davor gründlich prüfen zu lassen. Auf seine Veranlassung wurde eine Anzeige wegen des Verdachts auf Untreue eingebracht. 

Bald schon stellte sich heraus, dass das Problem nicht die Spesenabrechnung von Alfred Hudler war. Der ehemalige Leiter der Finanzabteilung der Spanischen Hofreitschule hatte bei seiner Kündigung ein veritables Chaos hinterlassen. In den Monaten vor seinem Ausscheiden waren Rechnungen in der Höhe von 700.000 Euro unbezahlt liegengeblieben. Eine Übergabe an den Nachfolger hatte es überhaupt nicht gegeben, der langjährige Finanzchef hatte sich krankgemeldet. 

Ein schwacher Trost

Der Aufsichtsrat der Spanischen Hofreitschule beauftragte im Sommer 2025 die Wirtschaftsprüfungskanzlei PwC mit einer Untersuchung der Spesenabrechnungen. Das Ergebnis: Alfred Hudler hatte sich nichts zuschulden kommen lassen. 

Generalsekretär Johannes Abentung ließ dem Aufsichtsrat dennoch mitteilen, „dass der Eigentümer das Vertrauen in die Person des Geschäftsführers verloren hat“ und sich „umgehend entsprechende Maßnahmen erwartet.“ So steht es in einem Schreiben, das der Aufsichtsrat im September 2025 an Minister Totschnig übermittelt hat, um die Vorgangsweise von Abentung zu dokumentieren. Totschnig selbst hatte sich jedem Gespräch mit dem Aufsichtsrat verweigert. 

Weil es den Spesenskandal nicht gab, legte Abentung mit einer zweiten Anzeige nach: Möglicherweise sei der Spanischen Hofreitschule ein Schaden entstanden, weil der Finanzleiter die Rechnungen nicht zeitgerecht gezahlt hatte. Das ist der Vorwurf, der vergangene Woche fallengelassen wurde (die Spesenermittlungen wurden schon im Jänner eingestellt).

Für Alfred Hudler ist es wohl ein schwacher Trost. Der Aufsichtsrat hatte ihn auf Druck des Ministeriums im September 2025 entlassen: Er habe die Finanzabteilung nicht ordentlich genug kontrolliert. Hudler hat dagegen vor dem Arbeits- und Sozialgericht in Wien geklagt. 

Das könnte für den Steuerzahler teuer werden: Hudlers Vertrag wäre noch bis Ende 2027 gelaufen. Es könnte aber auch für Minister Norbert Totschnig peinlich werden, wenn er als Zeuge sein eigenes Kontrollversagen erklären muss.

Josef Redl

Josef Redl

ist Redakteur im Wirtschafts-Ressort.