Individuell gefertigte Knieprothesen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz
Wie haben sich die Methoden entwickelt?
Dr. Paul Stampfl: Ich habe vor über 20 Jahren meine erste Knieprothese implantiert. Damals war die konventionelle Operation der goldene Standard: Anhand von Röntgenbildern wurden Ausrichtung und Position zweidimensional geplant. Dennoch hatten Patienten anfangs oft kein harmonisches Gangbild und brauchten lange Rehabilitation, um wieder ihr Niveau zu erreichen.
Meine Analyse deckte sich mit der Datenlage: Neben korrekter Position zählt die Balance der Weichteile. Viele Patienten waren zwar schmerzfrei, aber mit Funktion und Reha-Dauer enttäuscht.
Daher habe ich 2004 mit computernavigierten Knieprothesen begonnen. Dabei werden Sonden platziert, mit denen Knie-, Hüft- und Sprunggelenk vermessen werden. Das erhöht die Präzision enorm. Dennoch war die Zufriedenheit nicht wie erwartet. Auch Robotersysteme brachten nicht den erhofften Durchbruch.
Der Grund: Alle Methoden – konventionell, computernavigiert und robotergestützt – verwenden „Prothesen von der Stange“. Wie bei Kleidung gibt es fixe Größen. Dimension, Breite und Radius basieren auf Mittelwerten. Ist ein Patient sehr groß oder klein, schlank oder kräftig, passt das Implantat nicht ideal.
Dr. Paul Stampfl, ärztlicher Leiter des Kompetenzzentrums Gelenkschirurgie in der Wiener Privatklink, ist auf Gelenksersatz, Knieverletzungen und Schulterchirurgie spezialisiert.
Mehr Informationen hier: stampfl.at
Was empfehlen Sie aufgrund Ihrer Erfahrung?
Dr. Paul Stampfl: Ich rate, wenn möglich, zu einer Knieprothese von Symbios®. Mit Hilfe einer Datenbank und künstlicher Intelligenz wird errechnet, wie das jugendliche Kniegelenk vor der Arthrose ausgesehen hat. Danach werden Prothese, Komponenten und Schnittblöcke maßgefertigt hergestellt. So ergibt sich eine perfekte Balancierung der Weichteile, und die Prothese wird nicht als Fremdkörper empfunden: Sie passt sich dem Knie an und nicht umgekehrt.
Welche Vorteile sehen Sie nach der Operation?
Dr. Paul Stampfl: Die Patienten haben innerhalb weniger Tage ein natürliches Gangbild, können nach 48-72 Stunden das Krankenhaus verlassen und zeitnah wieder kniebelastenden Tätigkeiten wie Radfahren oder Wandern nachgehen.