© Walter Wobrazek

Gesellschaft
08/02/2017

#brodnig: "Paket über Zaun geworfen"

Wer online bestellt, braucht eine detektivische Ader.

von Ingrid Brodnig

Interneteinkäufe sind ja bequem – es gibt da nur ein großes Problem: Manchmal kommt das Paket nicht oder nur über Irrwege an. Ich habe auf Twitter nach Erfahrungen mit der Zustellung gefragt, hier ein paar Anekdoten:

"Großes Paket geliefert. Vor die Tür gestellt. Fußmatte daraufgelegt."

"Hab eine CD via Amazon bestellt. Das Paket kam mit einem gut erkennbaren Reifenabdruck quer drüber an, die CD ist rausgebröselt."

"Von zehn Paketen sieben nicht bekommen, fünf nicht zustellbar, zwei überhaupt verschwunden."

"Gegen Verlust versichert gekaufte Eintrittskarten wurden im Stiegenhaus auf die unterste Stiege 'gelegt'. Obwohl ich zu Hause war."

Paket über Zaun in Garten geworfen. Allerdings nicht in meinen.

"Paket über Zaun in Garten geworfen. Allerdings nicht in meinen. Nicht in jenen des Nachbarn. Sondern zwei Straßen weiter. Ein Monat Paketsuche."

"Paket außen vor der Haustür abgestellt, in Fußgängerzone, trotz Zahnarztpraxis im Haus."

Die Liste ginge noch lange weiter – solche Erfahrungen lassen aber einige Rückschlüsse zu.

  • 1: Digital lebende Menschen ersparen sich zwar den Ausflug ins Geschäft, sie müssen aber mitunter ein detektivisches Gespür entwickeln, um zu ihrer Sendung zu kommen.
  • 2: Überraschend viele Lieferanten legen auch große Pakete unter die Türmatte – so als würde der Karton unsichtbar werden, wenn ein bisschen Stoff darüberliegt.
  • 3: Es gibt ebenfalls die Sorte Zusteller, die zu Weitwürfen neigt. Nicht nur über Gartenzäune werden Pakete geworfen, beeindruckend ist ein Fall aus Deutschland: Da wurde das Paket auf den Balkon geschmissen (immerhin auf den richtigen Balkon, Respekt!).

Die wohl wichtigste Erkenntnis ist aber, dass diese ärgerlichen Erlebnisse auch eine Folge der miserablen Arbeitsbedingungen in diesem Job sind: Wer wenig pro Lieferung verdient, wird eher zum Hudeln geneigt sein.

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