© Walter Wobrazek

Gesellschaft
07/27/2017

#brodnig: So doof wie wir!

Wieso ein lebensmüder Roboter derzeit bejubelt wird.

von Ingrid Brodnig

Das Internet hat einen neuen, wenn auch tragischen Helden gefunden: einen Sicherheitsroboter, der sich selbst - anstatt seine Arbeit zu tun - in einen Springbrunnen stürzte.

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Zur Erklärung: In den USA sind solche Überwachungsroboter namens Knightscope K5 bereits im Einsatz. Sie sehen wie riesige Tampons auf Rädern aus und können ihre Umgebung selbstständig beobachten. Mittels Kamera zeichnen sie alle Vorgänge in 360 Grad um sich herum auf, und dank Sensoren können sie auch Temperatur oder Luftqualität erfassen. Solche autonomen, also selbstständig herumfahrenden Roboter sollen Verbrechern signalisieren, dass ein Bürokomplex oder Gelände umfassend beobachtet wird - registriert das Gerät etwas Verdächtiges, ruft es die Polizei. Weitere Vorteile: Solche Roboter haben kein Recht auf einen Mindestlohn, und sie machen auch keine Klopausen.

Online wird nun jedoch gescherzt, dass auch Roboter überraschend menschliche Züge zeigen. Wer hat an einem heißen Arbeitstag nicht auch schon davon geträumt, einfach in den Brunnen neben dem Bürogebäude zu hüpfen? Oder wer kennt in stressigen Situationen nicht das Bedürfnis, notfalls aus dem Fenster zu springen? In Washington hätte ein Modell der Reihe Knightscope K5 ein Bürogebäude überwachen sollen, stattdessen landete es im Brunnen. "Unser Hauptstadtbüro bekam einen Sicherheitsroboter. Er hat sich selbst ertränkt. Man hat uns fliegende Autos versprochen. Stattdessen bekommen wir suizidale Roboter“, schrieb eine Mitarbeiterin auf Twitter. Ob das Gerät diesen Vorfall womöglich doch überlebt hat, ist bisher nicht bekannt.

Das Ganze zeigt, wie sehr sich Menschen darüber freuen, wenn auch Maschinen Unsinn machen. Womöglich zeigt sich hier bereits ein humaner Minderwertigkeitskomplex: Immer mehr Jobs werden von autonomen Maschinen übernommen. Ist doch schön, zu sehen, dass die auch ziemlich vertrottelt sind. Zumindest bisher.

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