Ein Europäischer Feldhamster steht zwischen Grabsteinen und Gras auf dem Meidlinger Friedhof in Wien, einem wichtigen Rückzugsort für die bedrohte Art.
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Friedhof Meidling: Letzte Zuflucht für den wilden Feldhamster

Wiens Friedhöfe sind ein Safe space für viele Tiere. Auch die europaweit vom Aussterben bedrohten Feldhamster finden hier ihre vielleicht letzte Ruhe.

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Es dämmert am Friedhof in Meidling. Nur ein paar Meter entfernt liegt das Gleis 9 des Meidlinger Bahnhofs, die Zugdurchsagen hört man bis auf den Friedhof herüber. Zwischen marmornen Grabsteinen stehen vereinzelt Scheibtruhen, am Boden liegen Kerzen. Einige von ihnen tragen Bissspuren. Im Augenwinkel: eine schnelle Bewegung. Die Feldhamster sind unterwegs. Mitten in Wien, unter Tausenden Toten, lebt hier ein Tier, das rundherum längst verschwunden ist.

Denn eigentlich steht es um den Europäischen Feldhamster gar nicht gut. In ganz Europa ist er vom Aussterben bedroht. Eine seiner letzten Bastionen sind die Friedhöfe von Wien. Hier konnte er sich gegen Landwirtschaft und Stadtplanung behaupten.

In Meidling wurden im Jahr 2020 1896 Feldhamsterbaue gezählt. Aktuellere Erhebungen gibt es nicht, doch Greifvögel und Füchse sollen der Population vor allem im Jahr 2023 deutlich zugesetzt haben. Von Oktober bis April halten die Tiere Winterschlaf. Sie tragen ein braun-weißes Fell und können bis zu 35 Zentimeter lang werden. Ihre Baue verteidigen sie, am aktivsten sind sie am Morgen oder in der Dämmerung. Am Friedhof fressen Hamster vor allem Pflanzen, sie sind hier dank Gärtnereien und Grabschmuck gut versorgt, teils ernähren sie sich auch von Paraffinen im Kerzenwachs.

Eingang eines Feldhamsterbaus im Boden neben einem Grabstein, umgeben von Laub und Gras.
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Eingang eines Feldhamsterbaus im Boden neben einem Grabstein, umgeben von Laub und Gras.
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Franziska Schwarz

Franziska Schwarz

ist seit Dezember 2024 im Digitalteam. Davor arbeitete sie als Redakteurin bei PULS 24, und als freie Gestalterin bei Ö1. Sie schreibt über Politik, Wirtschaft und Umwelt.