Gehälter: Massive Gehaltssteigerungen für Kulturmanager

Gehälter: Massive Gehaltssteigerungen für Kulturmanager

Wie ein neuer Einkommensbericht des Rechnungshofs offenlegt, stiegen die Gehälter heimischer Kulturmanager 2012 zum Teil exorbitant.

Ein kurz vor Weihnachten 2013 veröffentlichter Einkommensbericht des Rechnungshofs zeichnet laut Grünen-Politiker Wolfgang Zinggl, trotz flächendeckender Beschwerden über stagnierende Kulturbudgets, zumindest für die führenden Managerinnen und Manager österreichischer Kulturinstitutionen ein erfreuliches Bild. Mit Ausnahme von Alexander Pereira, dem Intendanten der Salzburger Festspiele, und Sabine Haag, Chefin des Kunsthistorischen Museums, stieg das durchschnittliche Einkommen der geschäftsführenden Personen im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung um 10,3 Prozent, während die Einkommen der Beschäftigten insgesamt nur um 3,5 Prozent anwuchsen. „Nicht nur im internationalen Vergleich, sondern auch im Verhältnis zu den Angestellten sind die Einkommen von Direktorinnen und Direktoren im Kulturbetrieb zu hoch“, kommentiert Zinggl dieses Ergebnis gegenüber profil. „Einfach nur nach mehr Budget zu schreien, ohne selbst Maß und Sparwillen vorzuführen, kann keine Beispielwirkung erzielen. Es ist
dies aber keine Fehlleistung der Führungspersönlichkeiten, die eben das Geld nehmen, das angeboten wird. Es ist ein Versäumnis der Aufsichtsräte und der verantwortlichen Politik.“

In einer parlamentarischen Anfrage sollen folgende Punkte geklärt werden: Aufgrund welcher Kriterien konnte Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder 2012 9700 Euro mehr Einkommen als 2011 beziehen, wo doch die Basisabgeltung für die Albertina gleich hoch geblieben war? Agnes Husslein , die Direktorin des Belvedere, bekam 19.100 Euro mehr Gehalt, Gabriele Zuna-Kratky , die Direktorin des Technischen Museums Wien, verzeichnete einen Zuwachs von 9100 Euro, Johanna Rachinger , die Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, verdiente 18.900 Euro mehr, Robert Meyer , Direktor der Volksoper, und sein Geschäftsführer Christoph Ladstätter , um jeweils 12.000 Euro mehr. Staatsopern-Direktor Dominique Meyer und sein kaufmännischer Leiter Thomas Platzer verzeichneten ein Plus von jeweils 9800 Euro. Zudem gilt zu klären, welche Rahmenbedingungen sich im MuseumsQuartier denn derart verändert hätten, dass Christian Strasser , Chef des MuseumsQuartiers, seit 2012 ein Einkommen bezieht, das um knapp 30.000 Euro über jenem seines Vorgängers liegt. Des Weiteren soll offengelegt werden, wie hoch die Honorare waren, die Burg-Chef Matthias Hartmann 2012 und 2013 zusätzlich zu seinem Direktorengehalt für seine Regiearbeiten erhielt – und wie hoch seine Nebeneinkünfte (Honorare, Tantiemen, Übernahme von Produktionen etc.) waren. Geklärt werden soll außerdem, welche Direktorinnen und Direktoren im staatlich subventionierten Kulturbereich über Dienstwagen und Chauffeure verfügen.