Xavier Naidoo, Verschwörungstheoretiker und bisweilen auch Musiker
Xavier Naidoo, Verschwörungstheoretiker und bisweilen auch Musiker

© APA/AFP PHOTO / DPA / BRITTA PEDERSEN

Gesellschaft
05/25/2020

profil-Morgenpost: Der Homo conspirans und sein natürliches Habitat

Guten Morgen!

von Christina Hiptmayr

Kennen Sie die Bewohner des Aluhut-Lands? Sie wissen schon, jene Menschen, die etwa in den sozialen Netzwerken mit ungemeiner Energie und Ausdauer YouTube-Videos zweifelhaften Inhalts posten. Da wird wahlweise erklärt, das Coronavirus sei Fiktion oder aber es sei in einem Labor produziert (um nur ein Beispiel zu nennen). Die Bewohner des Aluhut-Lands erweisen sich als situationselastisch, für sie bildet dies erstaunlicherweise keinen Widerspruch.

Die aktuelle profil-Ausgabe widmet sich nun schwerpunktmäßig solchen und anderen Verschwörungstheorien und erklärt, weshalb man sie nicht als harmlose Spinnereien abtun darf, sondern dass sie vielmehr ein nicht unerhebliches Potenzial zur Polarisierung und Destabilisierung der Gesellschaft in sich tragen. Stefan Grissemann, Angelika Hager, Michael Nikbakhsh, Alwin Schönberger und Martin Staudinger beschäftigen sich mit all den unterschiedlichen Facetten des „Homo conspirans“, dessen erklärtes Feindbild aktuell Bill Gates ist. Der Microsoft-Gründer soll einen perfiden Plan verfolgen, um die Weltherrschaft an sich zu reißen und die Bevölkerung „zwangszuimpfen“.

Noch gibt es gar kein Serum, doch schon jetzt hat Clemens Neuhold durch ein Interview mit Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer eine Debatte über die Impfpflicht ausgelöst, die massiv polarisiert. Nicht nur zwischen den Bundesländern (Oberösterreich, Burgenland und Steiermark sind dafür; Wien und Salzburg dagegen), sondern auch bei unseren Lesern, wie hunderte Kommentare auf unseren Social-Media-Kanälen zeigen. Die Bevölkerung ist jedenfalls zu zwei Drittel dafür – wenn man die FPÖ-Wähler weglässt. Die sind wiederum zu zwei Drittel dagegen. Wie auch Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Doch der wird die Debatte nicht so rasch abdrehen können - sie hat gerade erst begonnen.

Für erhöhten Gesprächsbedarf sorgen weiterhin auch die Förderinstrumente für Unternehmen. Meine Wenigkeit hat für das aktuelle Heft mit Einzel- und Kleinunternehmern über den Härtefall-Fonds geredet. So viel sei verraten: Es waren höchst emotionale Gespräche, auch der eine oder andere Kraftausdruck ist gefallen – und dem Krisenmanagement von Regierung und Wirtschaftskammer wird ein desaströses Zeugnis ausgestellt.

Bleiben Sie gesund und bleiben Sie uns gewogen!

Ihre Christina Hiptmayr

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