Nachruf auf Manfred Deix

Nachruf auf Manfred Deix

Manfred Deix und profil waren viele Jahre lang eine Symbiose.

Seinen bunten, ganzseitigen Cartoon schlugen viele LeserInnen gleich als erstes auf. Und er nahm dort die Politiker schonungslos aufs Korn. Legendär seine Karikatur, wo der damalige FPÖ-Chef Norbert Steger seinen zahlreich versammelten Funktionären und Anhängern zuruft, dass er leider alle Nazis aus der Partei werfen müsse. Am nächsten Bild spricht er nur mehr vor wenigen Leuten. Deix schätzte dafür Bruno Kreisky, den er gerne als Sonnenkönig zeichnete. Aber auch dieser wurde nicht geschont, als er südamerikanischen Diktatoren Panzer verkaufte und von ihnen ein "Endverbrauchszertifikat" einforderte. Deix zeichnete schenkelklopfende Generäle, die sich über die Naivität der Österreicher schief lachten.

Beach Boys, Katzenfreund, Kettenraucher

Deix erfand auch die "Deix-Typen", die er vom väterlichen Wirtshaus in Niederösterreich gut kannte: Beleibte Menschen mit rotem Gesicht, die beim Grinsen viel Zahnfleisch zeigen. Oder die Heuchler in der Kirche - von Bischof Krenn bis Kardinal Groer, sowie Politiker aller Couleurs: Er stellte sie alle schonungslos dar und stieß sie vom Podest. Der bekennende Beach Boys-Fan, Katzenfreund und Kettenraucher war auch ein Epikuräer, der das Leben sichtbar genoss und dabei keine Abstriche machen wollte. Er ist vergangenen Samstag im Alter von 67 Jahren gestorben.