Das Bild zeigt Spargel mit Bärlauch- und Apfelsauce
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Neueröffnung „Donauhof“: Ein echter Klimt im Gasthaus

Spargel, Rinderherz und Käsekrainer: Mit einer Vorlaufzeit von zehn Jahren hat der „Donauhof“ in Wien endlich eröffnet.

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In der Engerthstraße, irgendwo im Nirgendwo des 2. Wiener Gemeindebezirks, hat mit dem „Donauhof“ gerade die wahrscheinlich am dringlichsten herbeigesehnte Gastro-Neueröffnung dieses Frühlings stattgefunden. Dass es überhaupt noch dazu kommen würde, war keineswegs ausgemacht: „Das Projekt stand mehrmals sehr knapp vor dem Scheitern“, erzählt „Donauhof“-Betreiber Cornelius Klimt.

Dieses Geständnis überrascht kaum: Vor ungefähr 500 Wochen gab der „Donauhof“ sein erstes Lebenszeichen ab, damals noch mit ganz anderem Konzept: „Der Ort sollte für Tagesveranstaltungen, kulturelle Formate, Konferenzen, Kunstveranstaltungen und soziale Projekte genutzt werden. Ergänzend dazu waren ein Co-Working-Space und eine Gastronomie geplant“, führt Klimt aus. Im Jahr 2019 folgte dann die Initialzündung für das heutige Lokal: Damals bespielte das Restaurant „Taubenkobel“ die prächtigen Räumlichkeiten – einst Ballsaal des um 1900 erbauten ehemaligen Hotels „Donauhof“ – mit seinem winterlichen Pop-up „Grand Kobel“. „Das hat unseren Blick darauf verändert, welches gastronomische Potenzial in diesem Haus steckt.“

Das Bild zeigt das Restaurant Donauhof von außen
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Um dieses auch wirklich voll auszuschöpfen, hat Klimt mit Philipp Schneider und David Adamer zwei Spitzenkräfte aus dem Mariahilfer Restaurant „Bruder“ engagiert: Schneider übernimmt im „Donauhof“ die Geschäftsführung und das Service, Adamer den Herd.

Dass Schneider das hier nicht zum ersten Mal macht, wird schon in Minute eins des Eröffnungsabends klar. Wir sind ein bisschen zu früh dran, und um die minimale Wartezeit auf den Tisch zu verkürzen, schenkt er schon mal fleißig roten Wermut ein. Während der selbst verschuldeten Stehzeit wird es aber ohnehin nicht fad im „Donauhof“, es gibt hier einiges zu sehen – der alte Saal wurde wirklich sehr schön herausgeputzt. Am auffälligsten: das Fischgrät-Parkett. Es ist, neben der supernetten Service-Truppe, wohl hauptverantwortlich für die einzigartige Atmosphäre des Lokals. Und das, obwohl es im Laufe seines langen Lebens einiges erdulden musste – während der Jahre, in der hier ein schnödes Holzlager untergebracht war, fristete es sein Dasein unter einer vier Zentimeter dicken Asphalt-Schicht.

Das Bild zeigt eine aufgeschnittene Käsekrainer mit Senf und Gurke
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Adamers Küchenkonzept ist irgendwo zwischen Frankreich und Österreich daheim. Ein bisschen lustig wirkt es schon, wenn nach dem zünftigen Käsekrainer-Appetithappen (Bild oben) plötzlich eine formidable Fischsuppe (Bild unten) elegant vor dem Gast eingeschenkt wird. Das ist aber keineswegs nur Show: Die Forellen-Einlage kommt dadurch möglichst roh zum Genuss. Perfekt.

Das Bild zeigt eine Fischsuppe mit Forelle als Einlage
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Am Spargel (Bild ganz oben) gibt es dieser Tage sowieso kein Vorbeikommen, im „Donauhof“ wird das weiße Königsgemüse gegrillt und dann mit Bärlauch- und Apfelsauce getoppt.

Eine gleichermaßen unwiderstehliche Süß-meets-pikant-Paarung liefert das in Streifen geschnittene Rindsrahmherz (Bild unten) gemeinsam mit einem Briocheknödel. Der Teller könnte auch Menschen, die Innereien eher skeptisch gegenüberstehen, dazu bringen, sich einmal ein Herz zu fassen.

Das Bild zeigt ein Rinderherz mit Briocheknödl
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Richtig oldschoolig wird es dann bei den Crêpes Suzette (Bild unten), die von mir aus ein paar Orangenfilets mehr vertragen hätten. Die sehr cremige Panna cotta löst ebenfalls dezent nostalgische Vanillepudding-mit-Himbeersirup-Assoziationen aus, obwohl es hier Rhabarber gewesen ist.

Das Bild zeigt Crêpe Suzette mit Sauerrahmeis
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Die Frage, ob die Gemälde an den Wänden aus den Händen eines anderen Herrn Klimt stammen, erspare ich Cornelius Klimt lieber. Aber ja: „Gustav Klimt war der Großonkel meines Großvaters. Es gibt aber keine Gemälde im Familienbesitz und auch kein wohlhabendes Kunsterbe, das hinter dem Donauhof steht.“ 

Ob er sich den jahrelangen Aufwand noch mal antun würde? „Hätten wir am Anfang gewusst, was auf uns zukommt, hätten wir das Projekt wahrscheinlich nicht begonnen. Heute sind wir aber froh, dass wir damals naiv genug waren, es trotzdem zu tun.“ Danke, Herr Klimt, geht mir genauso.

Stimmung: Essen bei Freunden 
Empfehlung: aus Parkettgründen bitte auf Spike-Schuhe verzichten
Preisverhältnis: Vorspeisen: 10–18 Euro, Hauptspeisen: 22–29 Euro, Dessert: 8–12 Euro

Donauhof 
Engerthstraße 141,
1020 Wien 
donauhof.at
Mo, Do–Sa: 17–24 Uhr, 
So: 12–20 Uhr

Stephan Graschitz

Stephan Graschitz

ist als Chef vom Dienst bei profil tätig.