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profil-Morgenpost
06/04/2020

Schmähreden

Guten Morgen!

von Sebastian Hofer

Heute, an diesem 138. Geburtstag von Karl Valentin, können wir natürlich schlecht mit einer unlustigen Angelegenheit beginnen. Also überlegen wir uns, was der eminente bayrische Kabarettist wohl aus den aktuellen Flügel-, Macht- und Meinungskämpfen innerhalb der AfD gemacht hätte. Als Ausgangspunkt dieser Überlegungen könnte, nur zum Beispiel, ein geflügeltes Valentin-Wort dienen: „Es riecht nicht alles gut, was kracht.“ Oder auch der berühmte Film „Mysterien eines Frisiersalons“, den Valentin zusammen mit Bert Brecht schon 1923, also in völliger Unkenntnis der Haartracht Beatrix von Storchs, vorgelegt hat.

Man könnte sich aber natürlich auch vorstellen, wie Valentin und seine Bühnenpartnerin Liesl Karlstadt den „Untersuchungsausschusses betreffend mutmaßliche Käuflichkeit der türkis-blauen Bundesregierung“, landläufig auch als „Ibiza-Untersuchungsausschuss“ bekannt, in einen Dialog gegossen hätten. Leider haben sich ja gerade die humorvollsten Auskunftspersonen dieses U-Ausschusses, der heute nach mehrmonatiger coronabedingter Unterbrechung einen Neustart wagt, schon vorab coronabedingt entschuldigen lassen. Wahrscheinlich wird es aber trotzdem ganz spaßig, wir werden jedenfalls berichten – hier und in unserer kommenden Print-Ausgabe.

Und schließlich freuen wir uns auch gleich auf das nächste lustige Jubiläum, nämlich Otto Schenks 90. Geburtstag am nächsten Freitag. Im großen profil-Gespräch hat dieser uns schon vorab ein Geheimnis seiner Produktivität verraten: „Ich habe alles nur gemacht, weil mir so fad war.“

In diesem Sinne: Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist!

Sebastian Hofer

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