Moderator Rainer Pariasek steht mit Mikrofon vor einem Kameramann und macht eine Moderation
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Rainer Pariasek: Vom Abstellgleis zur Weltmeisterschaft

Der bekannteste Sportmoderator des Landes, Rainer Pariasek, berichtet dieser Tage gut gelaunt von der WM aus den USA. Dabei stand er schon auf dem Abstellgleis. Annäherung an einen Mann, der sich trotz öffentlicher Kritik, internen Konflikten und häufiger Hoppalas beharrlich am TV-Schirm hält.

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Rainer Pariasek wirkt dieser Tage vergnügt wie lange nicht. Mit einer Rettungsboje im Baywatch-Stil tänzelte er zuletzt über kalifornischen Sand – und trällerte dazu den passenden Fendrich-Hadern: „I hob no was vergessen. Am Strand von Malibu.“ Der 61-jährige Sportmoderator berichtet seit Wochen gut gelaunt von der WM aus den USA. Pariasek meldete sich live vom Strand, er sang, scherzte, wirkte aufgekratzt fröhlich. Als sein Co-Moderator Andreas Herzog vor einer Österreich-Partie erklärte, am liebsten mitkicken zu wollen, konterte Pariasek in Anspielung an die Körperfülle des Ex-Kickers: „Glaubst, dass sie überhaupt ein Leiberl in deiner Größe hätten?“

Lange war Pariasek nicht zum Scherzen zumute gewesen. Vor wenigen Monaten stand er noch auf dem Abstellgleis. Dabei ist er eines der bekanntesten Fernsehgesichter des Landes. Aber Pariasek ist auch eine polarisierende Figur. Er verwechselt regelmäßig Namen, wird für sein holpriges Englisch verlacht und manchmal von seinen Interviewpartnern angeschnauzt. Einmal vergaß er, dass sein Mikrofon noch an war und raunte live auf Sendung: „Wüst mi vaoaschn?“ Als er einmal den Namen einer Sportlerin verwechselte, hörte man ihn noch während des Beitrages laut „Fuck“ schreien.

Als 2023 der vormalige Radio-Chefredakteur Hannes Aigelsreiter als neuer ORF-Sportchef antrat, schien die Zeit des Starmoderators vorbei. Immer seltener tauchte er am Bildschirm auf. Der ORF-Sport sollte jünger, weiblicher, moderner werden. Pariasek, der im August 62 Jahre alt wird, schien nicht mehr ins Konzept zu passen. Während eines Online-Meetings vor einem Jahr passierte ihm dann ein verheerendes Hoppala. Er vergaß, wie der „Kurier“ berichtete, sein Laptop-Mikrofon stummzuschalten und unkte, für alle gut hörbar, in Richtung seines Vorgesetzten: „Oida, du bist so ein Schwafler“. Doch dann wurde Aigelsreiter Ende 2025 wieder abgesetzt – und Pariasek ist bei der WM wieder omnipräsent.

Wie hält sich der Mann trotz Kritik, Hoppalas und Machtkämpfen so beharrlich am TV-Schirm?

Gerald Gossmann

Gerald Gossmann

Freier Journalist. Schreibt seit 2015 für profil kritisch und hintergründig über Fußball.