Ali Kebap mit Bulgur, gegrillter Tomate, gegrillter Paprika, Lavas-Brot und Salat
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So schmeckt der beste Kebap Wiens im „Ali Grillhouse“

In der Wiener Operngasse serviert Sultan Lif den aktuell besten Kebap der Stadt: Besuch im „Ali Grillhouse“.

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Man munkelt: Im 1. Wiener Gemeindebezirk, am Rande der Ringstraße, da soll es einen Kebap geben, der so ziemlich alles Bisherige in den Schatten stellt. Eines muss gleich vorausgeschickt werden: Beim „Ali Grillhouse“ handelt es sich dezidiert nicht um ein Street-Fast-Food-Etablissement für den schnellen Döner zwischendurch. Wirt Sultan Lif verfolgt mit seinem Lokal ganz andere Ziele – er möchte „ein türkisches Restaurant auf hohem Niveau führen, das handwerklich sauber arbeitet und die Küche ernst nimmt“.

Das Lokal "Ali Grillhous" von außen
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Lif denkt also groß. Das „Ali Grillhouse“ hat er bereits im März 2025 neu eröffnet. Wie er erzählt, wurden die Räumlichkeiten früher von der türkischen Kette „Ali Ocakbaşi“ betrieben, doch die zog sich mittlerweile aus dem Wiener Markt zurück. Aus dieser Zeit ist aber etwas übrig geblieben, das Lif sehr gut in den Kram gepasst hat: ein kupferfarbener Eindruck-Schinder-Holzkohle-Hochofen. Die Spieße darüber werden von Küchenchef Ibrahim Can gehandhabt. Der hat bereits einige Gastronomiejahre am Buckel, sein Weg führte ihn über türkische Spitzenbetriebe nach Wien. Im Grillhouse ist er für jedes Rezept verantwortlich. Glaubt man seinem Chef, geht hier ohne ihn gar nichts.

Etli Çiğ Köfte mit Salat und Zitrone
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Dass Can nicht nur mit Feuerstellen umgehen kann, sondern auch mit Gastro-Kühlungen aller Art, beweist die Vorspeise: Aus einer fein gehackten rohen Rindsfilet- und Bulgur-Mischung formt er den Klassiker „Etli Çiğ Köfte“ (Bild oben). Die sind eine stark gewürzte Angelegenheit – das Salatblatt, in das man sie einschlägt, sorgt für die Neutralisierung.

Karides Güveç
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Für die zweite Vorspeise, „Karides Güveç“, (Bild oben) schmeißt Can endlich den Grill an: Garnelen drauf, mit gefühlt 200 Gewürzen bearbeiten und danach in Butter fertig braten. Um diese vollständig aufzusaugen, eignet sich das dazu servierte Ballonbrot, also „Balon Ekmek“, hervorragend – innen hohl, außen knusprig, mit Sesam bestreut und komplett ohne Helium zubereitet.

Jetzt die Spezialität des Hauses, der „Ali Kebap“ (Bild ganz oben). Der gerät auch ohne Special Effects fantastisch: nicht trocken, nicht überwürzt, von angenehmer Schärfe. Was ist das Geheimnis? Lif verrät es mir im Nachhinein – und es geht dabei tatsächlich sehr geerdet zu: Lediglich Salz und Paprika kommen auf das mit dem Wiegemesser faschierte Fleisch. Verwendet werden nur edlere Teile wie Rindsbeiried, Lammbrust und Lammkeulen. So was kostet etwas mehr, als man es vom Kebap-Eck gewöhnt ist – 25 Euro müssen dafür hingelegt werden. Es gibt ihn in zwei Varianten, mild (nicht probiert) und scharf, aber der Küchenchef dosiert dabei so, dass das Fleisch nicht völlig gegen die Schärfe verliert. Die Beilagen sind allesamt Klassiker: Bulgur, eine gegrillte Tomate, eine gegrillte Paprika – beide im lauwarmen Zustand. Außerdem gibt es noch einen Salat mit starkem Petersilien-Anteil und Lavas-Brot.

Çöp şiş mit Bulgur, gegrillter Tomate, gegrillter Paprika und Salat
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Nicht nur die Beilagen sind bei der zweiten Hauptspeise identisch, auch die Qualität ist gleichermaßen hoch: Die Lammrückenstücke „Çöp şiş“ (Bild oben) sind von vollendeter Zartheit. Die Gefahr, dass sie am Grill austrocknen, wäre für einen Hobbygriller durchaus akut, Koch Can lacht über derartige Amateure vielleicht heimlich.

Damit könnte man es in einem Grillhaus eigentlich auf sich beruhen lassen, wahrscheinlich kommen nur die wenigsten Besucher wegen der Desserts hierher. Doch Cans Baklava (Bild unten) hat so wenig mit den landläufig bekannten teigigen Blutzucker-Boostern zu tun, dass sie hier kurz gewürdigt werden sollte. Sie ist eine cremige Wohltat aus Pistazien und Blätterteig, die es mit dem Süßsein nicht übertreibt.

Baklava mit Eis und Heidelbeere
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Ja, das ist schon wirklich ein ziemliches Brett, das die Herren in der Operngasse da vom Grill lassen. Apropos: Die Holzbretter, auf denen manche Gerichte serviert werden, sehen nicht alle wie frisch vom Tischler aus. Ein kleiner Appell an die gesamte Gastronomie: Haut’s die Dinger weg oder kauft sie erst gar nicht ein, falls ihr nicht gerade Brettljausen serviert. Doch am Ende, wenn der türkische Tee vom ruhigen, aufmerksamen Service zum Tisch gebracht wird, strahlen geneigte Besucher:innen mit ziemlicher Sicherheit so, wie es der Kronleuchter an der Lokaldecke schon die ganze Zeit vormacht. Herr Lif, Sie haben Ihr Ziel erreicht.

Stimmung: Profi-Grillparty in entspannter Atmosphäre
Empfehlung: den Kebap bestellen
Preisverhältnis: Vorspeisen:  4-12 Euro, Hauptgang: 25-37 Euro, Dessert: 8-12 Euro 


Ali Grillhouse
Operngasse 14, 1010 Wien 
So–Do 12–23 Uhr 
Fr–Sa 12–02 Uhr
aligrillhouse.com

Stephan Graschitz

Stephan Graschitz

ist als Chef vom Dienst bei profil tätig.