Veganer Zwiebelrostbraten mit Brateräpfeln, Zwiebel und Gurken
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Tod der veganen Küche? Drei Wiener Lokale halten dagegen

„Lara“, „Velani“ und „Pizzi's and Cream“: Drei vegane Restaurants, mit denen sogar Fleischesser nichts falsch machen.

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Die vegane Küche wird gerade totgeschrieben. Und tatsächlich: Im vergangenen Jahr schwor der New Yorker Gourmet-Tempel „Eleven Madison Park“ seiner veganen Küchenlinie ab, eine bekannte Vegan-Kette swingte in die Insolvenz, und die Ausbildung zur „Fachkraft für vegetarische Kulinarik“ , also die vegan-vegetarische Kochlehre, wird wohl die realitätsferne Schnapsidee bleiben, die sie schon immer war.

Und doch: Zu Anfang des Jahres, nach den fleischintensiven Feiertagen, schadet der Verzicht den meisten Menschen mutmaßlich kaum. Deshalb hier drei Wiener Lokale, die hoffentlich nicht so bald sterben werden und sich für alle Menschen lohnen. Ja, auch für Vegan-Verweigerer.

Vegane Lasagne
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Die fesche Ökostudentin: Lara, Passauer Platz

Das „Lara“ war im vergangenen Jahr der Star unter den Neuzugängen in Wiens Vegan-Lokal-Szene, das Wirtspaar Jonathan Wittenbrink und Larissa Andres kannte man bereits aus dem „Jola“. Dort zahlt man 185 Euro für ein Menü, im „Lara“ gehen es die beiden etwas niederschwelliger an, schick sind sie aber auch hier unterwegs: In der Mitte des herausgeputzten Lokals steht ein zentraler Chef’s Table auf einer Art Glaswürfel-Ansammlung – und beeindruckt damit sehr. Bestellt man alle drei Gänge des wechselnden Mittagsmenüs, sind dafür nicht unsportliche 31 Euro zu berappen. Aber so einen superfrischen Salat mit Kürbis und Kürbiskern-Crunch gibts in der Kantine halt nicht. Die dortige Lasagne (Bild oben) kann aber mit der im „Lara“ womöglich mithalten: ein bisschen zu viel Nudel, das Gemüse schon beinah zu fein gehäckselt, eine insgesamt eher zahnlose Angelegenheit. Das Dessert macht alles wieder mehr als gut, aber Achtung: Die gebackenen Apfelringe sind so heiß, dass sie nicht nur die Tonkabohnen-Creme darunter zum Schmelzen bringen.

Empfehlung: Am Chef’s Table sitzen und zuschauen
Preisverhältnis (Mittag): Suppe 7 Euro, Hauptspeise 15 Euro, Dessert 9 Euro
Lara, Passauer Platz 2, 1010 Wien, lara.wien

Veganes Wiener Schnitzel mit Erdäpfelsalat und Ketchup
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Der Fleisches-Lüstling: Velani, Schönbrunner Straße

Falls Veganer nachts vom Fleisch träumen – in Wien-Meidling können sie ihre Wünsche ohne Fremdgehen ausleben: Das „Velani“ setzt komplett auf die Imitation der (traditionell ja eher nichtveganen) Wirtshausküche. Damit tritt das Lokal auf ein Minenfeld. Vielen Fleischessern stößt die vegane Fleischnachahmung durchaus sauer auf. Für mich unverständlich: Irgendeine Form müssen Produkte schließlich haben, wenn man sie auch verkaufen will. Der „Leberknödel“ in der Gemüsebrühe ist eine zum Knödel geformte Kidneybohnen-Mischung, die der Konsistenz nach ein, ja, Leberknödel sein könnte. Der Zwiebelrostbraten (Bild ganze oben) hat noch nie ein Beiried gesehen, mit Soja ist er dafür bestens bekannt. Der Jus hat starke Röstaromen, der Zwiebel knackt, und das „Fleisch“ tut mehr als nur seinen Dienst. Beim aus paniertem Seitan hergestellten Wiener Schnitzel (Bild oben) gibt es am Tisch geteilte Meinungen: Das Schnitzel selbst ist makellos, aber es wird immer mehr im Mund, und irgendwann tritt eine leichte Weizen-Ermüdung auf. Trotzdem: Der Besuch im „Velani“ ist ein lohnendes, preisgünstiges Ereignis – für Veganer wie Fleischfans.

Empfehlung: Vegan nicht mit gesund verwechseln
Preisverhältnis: Vorspeisen 4–10 Euro, Hauptspeisen 16–20 Euro, Dessert 5–11 Euro
Velani, Schönbrunner Straße 235, 1120 Wien, velani.at

Vegane Pizza Tonno
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Der mit dem Ofen: Pizzi’s and Cream, Burggasse

Die Wiener Burggasse strotzt nur so vor hippen Lokalen. Was darf dort also nicht fehlen? Richtig: eine vegane Pizzeria. Der Teig ist an sich recht konventionell, doch im Ergebnis großartig: Bei „Pizzi’s and Cream“ wird der langen Teigführung gefrönt – und der Pizzateig insgesamt 48 Stunden lang fermentiert. Lockerer, am Rand schon beinah fluffig, kommt er dann aus dem Ofen. In der Verbindung mit der dezent süßlichen, aus italienischen Tomaten gewonnenen Sauce kann da niemand mehr widerstehen. Der Grund für den Besuch ist aber der vegane Belag. Und der imitiert auch hier tierische Vorbilder. Der Cashew-Mozzarella geht auf der Sauce ein wenig unter, der „Thunfisch“ auf der Pizza „Don Tuna“ (Bild oben) besteht aus einer Mischung aus Erbsen- und Weizenprotein – und genau so schmeckt er auch, also sehr gut, aber nur mit sehr viel Fantasie nach Thunfisch. Leider wirkt das Lokal bei aller Hipness ein wenig ungepflegt – aber die Pizza bietet doch eine ernst zu nehmende Alternative.

Empfehlung: Pizza eher mitnehmen
Preisverhältnis: Pizzen zwischen 9 und 15 Euro
Pizzi’s and Cream, Burggasse 25, 1070 Wien, instagram.com/pizzisandcream

Stephan Graschitz

Stephan Graschitz

ist als Chef vom Dienst bei profil tätig.