Die Liebe zum Hass: Warum sind wir so aggressiv?

Die Liebe zum Hass: Warum sind wir so aggressiv?

Häme, Hetze, Mobbing, Shitstorms: Warum sind Menschen im Netz so aggressiv? Und wie können wir uns davor schützen? Plus: Tiefe Gefühle – so funktionieren Wut und Hass.

Es gab diesen einen Moment, da begann sich Bettina Riha-Fink zu fürchten. Sie erhielt eine private Nachricht auf Facebook: Sie müsse sich nicht wundern, wenn ihren Kindern etwas passiere. „Bis dahin hatte ich mir all die Beschimpfungen und die unfreundlichen Nachrichten nicht zu Herzen genommen. Aber da ging es plötzlich um meine Kinder“, erzählt die 42-jährige Caritas-Mitarbeiterin. Die Wienerin ist keine Prominente oder sonstwie in der Öffentlichkeit stehende Person – sie zog aber den Hass im Netz auf sich, als sie für Flüchtlinge Spenden sammelte und die Facebook-Page „Wir helfen“ der Caritas ins Leben rief.

Christian Rainer und Ingrid Brodnig über die aktuelle Titelgeschichte.

Auch der 23-jährige Student Michael Buchinger kennt diese Art von Aggression: Er ist ein YouTuber und lädt regelmäßig Videos hoch, in denen er die Welt kommentiert – vom Wiener Uni-Alltag bis hin zum Leben als junger Homosexueller. Es sind unterhaltsame, kurzweilige Videos, für die er von meist anonymen YouTube-Accounts Kommentare erntet wie „FICK DICH SCHWULER HURENSOHN“. Oder: „Ich hasse dich und deine verkackte Art.“

Das Internet besteht leider nicht nur aus herzigen Katzenvideos und hilfreichen Wikipedia-Einträgen. Es besteht auch aus sehr viel Hass. Menschen lassen ihren niedrigsten Instinkten ohne Ladehemmung freien Lauf, mobben Andersdenkende weg und streuen sogar gezielt Lügengeschichten, um Aggression und Angst zu schüren. Online zeigen einige Bürger ihre dunkelsten Facetten und sagen Dinge, die sie wohl kaum jemanden ins Gesicht schmettern würden …

Lesen Sie die Titelgeschichte von Ingrid Brodnig und Angelika Hager in der aktuellen Printausgabe oder als E-Paper!

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