Die Norwegische Nationalmannschaft sitzt auf dem Fußballfeld und macht Ruderbewegungen zum Trommeltakt von E. Haaland
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Rudern bleibt olympisch, Elfmeterschießen eine Quälerei und der Wonnemonat Juli die beste Zeit für Traumhochzeiten und Viagra-Therapien. Fußball-WM-Tagebuch, Woche fünf.

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Skandal im internationalen Sport! Der Weltverband hat eine Entscheidung getroffen, deren Auswirkungen auf die Schnelle kaum zu ermessen sind. Der Sport ist in seinen Grundfesten erschüttert. Wird er daran gar zerbrechen? Aus heiterem Himmel gab das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Dienstag bekannt, dass die Nordische Kombination ab sofort keine olympische Sportart mehr ist. Angeblich sei sie beim Publikum über Jahre hinweg die unbeliebteste aller olympischen Disziplinen gewesen, zudem hätten sich zu wenige Nationen die Medaillen stets unter sich ausgemacht, darunter leider auch Österreich, weshalb die Grundfesten derzeit vor allem in Tirol stark erschüttert sind.

Die norwegische Kombination bleibt international anerkannt, sie besteht aus den Teildisziplinen Herumstehen-als-wäre-Nix und Aus-diesem-Nix-ins-Tor-Treffen.

Die norwegische Kombination bleibt dagegen international anerkannt, sie besteht aus den Teildisziplinen Herumstehen-als-wäre-Nix und Aus-diesem-Nix-ins-Tor-Treffen. Ihr aktueller Vorzeigeathlet heißt Erling Braut Haaland und zeigte im Achtelfinale gegen Brasilien eine Probe seines Kombinationskönnens. Es geschah am 5. Juli: Die USA erholten sich noch von ihren 250-Jahr-Feierlichkeiten, als die Wikinger Südamerika eroberten und der brasilianische Fußballgott Neymar Jr. im Erdboden versank. Es war „der Tag, an dem der Fußball starb“, wie die „Süddeutsche Zeitung“ ganz korrekt vermerkte, wobei sie sich aber weniger auf die brasilianische Blamage bezog als auf die Verlotterung der FIFA.

FIFA-Präsident Gianni Infantino in schwarzem Anzug applaudiert
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Im Wonnemonat Juli leistete sich nicht nur das Powercouple Taylor Swift/Travis Kelce (alias „Tayvis“) in New York eine Märchenhochzeit, in Washington festigte auch die Bromance Donald Trump/ Gianni Infantino („Dongi“) ihren Bund fürs Leben. Der US-Präsident telefonierte zu diesem Zweck mit seinem Kollegen aus der Schweiz und bat um eine Brautgabe (und nein, das ist keine Disziplin, in der Herr Haaland brilliert): Man möge die fällige Rot-Sperre gegen den US-Goalgetter Folarin Balogun noch einmal überdenken. Man überdachte gerne, setzte die Sperre zur Bewährung aus und erzielte so das möglicherweise sinnloseste Eigentor der Fußballgeschichte.

Sebastian Hofer

Sebastian Hofer

schreibt seit 2002 im profil über Gesellschaft und Popkultur. Ist seit 2020 Textchef und seit 2025 stellvertretender Chefredakteur dieses Magazins.