Philipp Jelinek strahlt in die Kamera, vor sich ein Hühnerspieß
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Philipp Jelinek ist der Vorturner der Nation und eigentlich ein ziemlich lustiger Kerl – hätte er nicht seit zwei Jahren einen gewaltigen Rucksack namens HC Strache mitzuschleppen.

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Philipp Jelinek ist noch nicht bereit für den Frühling, zumindest nicht sein Körper. Er braucht kein Waschbrett mehr, sagt er, immerhin ist er schon 58, aber so weit wie nach diesem Winter war er schon lange nicht mehr davon entfernt. 98 Kilo hat die Waage zuletzt angezeigt, verteilt auf knapp 1,84 Meter Körpergröße, und dann noch mit dezenter Schwerpunktsetzung in der Bauch- und Hüftregion. Das ist nur mittelideal für jemand, den man täglich in T-Shirt und Turnhose im Fernsehen sieht. Also macht Philipp Jelinek gerade eine Eiweiß-Proteindiät: Er isst nur Fleisch und Proteine, kein Brot, keinen Weizen, keine Beilagen. Zwei Wochen will er das machen, dann wäre er bereit für die Outdoorsaison, sagt er: „Ich hab ja ein bisschen eine Vorbildfunktion, da kann man nicht so aussehen wie ich jetzt.“ Und dann lädt er eine ordentliche Ladung Beef Tatar auf seine Gabel.

Ich hab ja ein bisschen eine Vorbildfunktion, da kann man nicht so aussehen wie ich jetzt.

Philipp Jelinek

ist gerade auf Protein-Diät

Wir sitzen im „Kadlez Grillhaus“ in der Hopfengasse in Transdanubien, also der Donauseite, auf die man als Innenstadtbewohner selten kommt. Es ist eines von Jelineks Stammlokalen, er kennt die Eigentümerfamilie seit einer gefühlten Ewigkeit, seit sie vor vielen Jahren eine Kneipe auf der Donauinsel betrieben hat, auch dort war er schon Stammgast. Seit zwölf Jahren ist das „Kadlez“ jetzt in der Hopfengasse, gleich daneben gibt es ein paar Tennisplätze samt Tennisschule, der Fußball-Zweitligist FAC hat sein Stadion auch direkt hinter dem Zaun. Floridsdorf ist hier noch Floridsdorf, sagt Jelinek, sein Flodo: Der Rest des Bezirks mag sich in den vergangenen 50 Jahren sehr verändert haben („Leider nicht zum Guten“), aber hier gibt’s noch ordentliches Bier und vernünftiges Essen, Steaks, Burger, Spareribs, Chicken Wings und alles, was man sonst aus Fleisch machen kann. Die vegetarischen Gerichte findet man nur in der „Beilagen“-Spalte, aber da gehören sie schließlich auch hin. Vor allem jetzt, wo er ein paar Kilo runterkommen muss.

Markus  Huber

Markus Huber

ist im Hauptberuf Herausgeber des Magazins „Fleisch“ und schreibt für profil alle zwei Wochen die Kolumne „Powerlunch“.