Galeristin Lisa Kandlhofer im Restaurant Hollerei in Wien
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Seit zehn Jahren leitet Lisa Kandlhofer ihre eigene Galerie in Wien. Das hat ihr viel gute Presse und Society-Auftritte eingebracht. Ärgerlicherweise nicht ganz so viel wie ihre Freundschaft mit dem Schlagersänger Andreas Gabalier.

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Ein Mittwoch, kurz nach ein Uhr mittags, ich sitze in der Hollerei in Wien-Rudolfsheim, vor mir steht ein doppelter Espresso, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob den nicht besser meine Gesprächspartnerin trinken sollte. Lisa Kandlhofer ist nämlich bereits seit vier Uhr morgens auf und dementsprechend rechtschaffen müde. Sie konnte nicht mehr schlafen, sagt sie, der Vollmond vielleicht. Oder einfach zu viel um die Ohren. Jedenfalls ist sie seit vier Uhr auf und hat dann gleich Korrespondenz gemacht, weil „es bringt ja nix, dann noch weiter rumzuliegen, wenn man nicht schlafen kann“. Das ist nicht ganz unlogisch, einerseits, aber andererseits: Ist das nicht ein bisschen gefährlich fürs Image? Denn, ganz ehrlich, was würde sie selbst von Menschen halten, die ihr um halb fünf Uhr morgens Business-Mails schreiben? „Ach, den Mitarbeiterinnen ist das egal, der Buchhalter findet das sogar gut“, sagt Kandl-hofer und lacht: „Aber stimmt, die WhatsApps habe ich für später gespeichert.“ So ganz egal ist ihr die Außenwirkung also doch nicht.

Es ist viel Unsicherheit im Markt. Das Geld ist knapper geworden, die Menschen sind unsicher geworden, ob sie sich Kunst gerade leisten sollen oder nicht.

Lisa Kandlhofer, Galeristin

Lisa Kandlhofer, für alle, die sie nicht kennen, ist Galeristin, eine der angesagteren Wiens. In ihrem Showroom in der Brucknergasse, gleich hinter dem Karlsplatz, stellt sie junge österreichische, aber auch internationale Künstler aus. Sie gilt da durchaus als mutig, weil sie immer wieder sehr junge Künstler pusht, teilweise direkt von der Uni weg. Sie dürfte aber ein gutes Gespür haben, Flops passieren ihr nämlich eher selten, sagt sie: „Ich mache zwar viel nach Bauchgefühl, aber man weiß nach einiger Zeit schon, welche Sachen funktionieren und welche nicht, man ahnt, was die Zielgruppe interessiert und was eher nicht so.“ Zu den Künstlern kommt sie teils über Empfehlungen, teils über andere Künstler und Kuratoren – und ganz oft auch über Social Media, wo Kandlhofer hoch aktiv ist.

Markus  Huber

Markus Huber

ist im Hauptberuf Herausgeber des Magazins „Fleisch“ und schreibt für profil alle zwei Wochen die Kolumne „Powerlunch“.