Aufgefettet

Das weltberühmte New Yorker Museum of Modern Art kaufte ein Konvolut des 1938 geborenen Künstlers Günter Brus an. Schwerpunkt: Wiener Aktionismus.

Einige Schüttbilder von Hermann Nitsch, Papierarbeiten und Fotografien von Günter Brus, zwei Zeichnungen von Rudolf Schwarzkogler: Die Kunst des Wiener Aktionismus ist in der Sammlung des New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) – des wohl bedeutendsten internationalen Instituts für die Moderne – zwar vertreten, allerdings eher vereinzelt. Kürzlich wurden die Brus-Bestände jedoch gehörig aufgefettet: Die Wiener Galeristin Heike Curtze verkaufte vor einigen Wochen ein umfangreiches Konvolut an Arbeiten des in Graz lebenden Künstlers an das Museum. Dafür bezahlte es 210.000 Euro, Museumsrabatt inklusive. Den Ankauf fädelte MoMA-Kuratorin Sabine Breitwieser ein, die einst die Wiener Generali Foundation leitete und designierte Direktorin des Salzburger Museums der Moderne ist, das sie ab Juli führen wird. „Sabine Breitwieser hat sich sehr dafür engagiert, dass das MoMA die Arbeiten von Günter Brus erwirbt“, erzählt Curtze.

Der Ankauf umfasst zehn Portfolios mit Fotos – sie stammen aus den Jahren 1964 bis 1970 – von Aktionen des grenzgängerischen Künstlers (darunter etwa sein berühmter „Wiener Spaziergang“ von 1965 sowie seine nicht weniger bekannte „Zerreißprobe“ von 1970), drei Vintageprints aus der gleichen Zeit sowie vier Aktionsskizzen. Letztere besitzen Seltenheitswert. Curtze: „Günter Brus hat jede Aktion mit einer Partitur, seinen Aktionsskizzen eben, vorbereitet. Davon sind leider sehr viele verschollen.“ Im Gegensatz zu vorher könne das MoMA nun Brus’ Aktionismus-Arbeiten bestens präsentieren, betont die Galeristin. Nachsatz: „Ich hoffe, dass das MoMA aufbauend auf dieser Werkgruppe weitere Arbeiten, auch aus neuerer Zeit, erstehen wird.“