Warum ist Sprit an Autobahntankstellen so viel teurer, Herr Capek?

Der Automobilist kennt das. Kaum auf der Autobahn, und schon wird das Tanken empfindlich teurer. Preisaufschläge von zehn Prozent aufwärts sind eher die Regel denn die Ausnahme.

Nur – warum ist das so? profil fragte bei Christoph Capek nach. Er ist Geschäftsführer des Fachverbands der Mineralölindustrie in der Wirtschaftskammer und damit eine Art Cheflobbyist. Capek führt „gute Gründe“ für die höheren Preise an: Autobahntankstellen liefen schließlich 24 Stunden nonstop, müssten obendrein über „gut ausgebaute Parkplätze“ und eine „Mindestanzahl an Zapfsäulen“ verfügen. In letzter Konsequenz sei aber die Asfinag dafür verantwortlich. Der Staat also. „Die Anlagen werden nach der Errichtung an den Bund übergeben und dann von den Mineralölunternehmen zurückgepachtet. Zusätzlich zur fixen Pacht verrechnet die Asfinag weitere Aufschläge. Diese sind vom Kraftstoffverkauf und vom Shopumsatz abhängig“, so Capek.

profil hat auch bei der Asfinag angeklopft. Replik von Vorstand Klaus Schierhackl: „Das würde dem Fachverband so passen. Es stimmt nur nicht.“ Laut Schierhackl sind landesweit derzeit 90 Autobahntankstellen in Betrieb, von denen die meisten „Uralt-Verträge“ haben, die teils in die 1950er-Jahre zurückreichen. „Die durchschnittliche Pacht für Tankstellen und Raststationen beträgt gerade einmal drei Prozent des Umsatzes. Die höheren Treibstoffpreise gehen definitiv nicht auf unsere Kappe.“