Böse Miene zu Alpine: Klagen oder nicht klagen?

Böse Miene zu Alpine: Klagen oder nicht klagen?

Die Inhaber der im Mai 2012 platzierten Anleihe der Salzburger Alpine Holding GmbH (100 Millionen Euro Volumen, fünf Jahre Laufzeit, sechs Prozent Zinsen) stehen vor einer schwierigen Entscheidung.

Denn die Gesellschaft ist - wie auch die untergeordnete Alpine Bau GmbH - mittlerweile in Konkurs.

Die Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen könnte also schlicht daran scheitern, dass es keinen solventen Haftungsadressaten gibt. Tatsache ist, dass zumindest diese letzte Anleihe (2010 und 2011 waren bereits zwei Titel im Volumen von insgesamt 190 Millionen Euro platziert worden) zu einem Zeitpunkt begeben wurde, da die Alpine bereits schwere Schlagseite hatte. Dies wurde vonseiten der Konzernführung jedoch verschwiegen. Der nach Luxemburger Recht erstellte Emissionsprospekt enthält lediglich allgemeine, im Konjunktiv formulierte Risikohinweise. Wie überhaupt die Öffentlichkeitsarbeit der Gruppe von bescheidener Güte war.

+++ Alpine Bau: Ruin durch Gier, Planlosigkeit und Expansion +++

Die wirtschaftlichen Probleme, die letztlich zur Pleite führten, wurden erst durch eine profil-Enthüllung im Herbst des Vorjahres offenbar. Zwei Anwaltskanzleien - Neu mayer, Walter & Haslinger in Wien; Poduschka im oberösterreichischen Perg - prüfen derzeit die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen etwa gegen das frühere Management, die an der Emission beteiligten Banken (Bawag PSK und Raiffeisen International) sowie gegen den Bilanzprüfer Deloitte.