Die Telekom und Richard Branson: Reden ist Gold

Die Telekom Austria ließ sich den Auftritt von „Abenteurer“ Richard Branson eine halbe ­Million Euro kosten.

Sir Richard Branson war da. Großer Bahnhof im Wiener Museumsquartier für einen Querdenker. Am 8. Oktober hatte Hannes Ametsreiter den Gründer der Virgin-Gruppe eingeladen, vor 600 Gästen zu sprechen. Als Keynote-Speaker der mittlerweile traditionellen Veranstaltungsreihe „future.talk“. In den Jahren zuvor hatten sich Kapazunder wie Ex-UN-Generalsekretär Kofi Annan, US-Vizepräsident a. D. Al Gore oder Apple-­Mitbegründer Steve Wozniak eingefunden. Auf der Homepage der Telekom liest sich die Nachschau zum Event 2013 so: „Der future.talk 2013 … beeindruckte die Gäste durch innovatives Eventdesign. ­Besondere Beachtung fanden der Eingang direkt vom Hof des MuseumsQuartiers in die Halle E und die ­runden Leinwände, auf denen Videoeinspielungen und das Bühnengeschehen präsentiert wurden. Annina Campell, die Schweizer Moderation von SRF und Servus TV, führte durch einen Abend, der nicht nur inhaltlich auf Nachhaltigkeit ausgerichtet war. Der gesamte Event war nach den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens für Green Events gestaltet. Die Gäste bekamen für die Anreise kostenlose Tickets für die öffentlichen Verkehrsmittel, das Catering war zu 100% regional und saisonal.“

Was die Telekom nicht erwähnt. Die Veranstaltung kostete ein kleines Vermögen. Allein Branson soll ein Honorar von 150.000 Euro kassiert haben – für einen lockeren Talk mit Hannes Ametsreiter. Für Catering, Miete, Ausstattung und Personal dürften noch einmal 400.000 Euro ausgelegt worden sein. Eine halbe Million Euro also. Seitens der Telekom Austria wird die Zahl weder bestätigt noch dementiert. Man verweist auf den „enormen Werbewert“ des Events.