Ein Fest für Arigona: Benefizabend in Frankenburg für die Familie Zogaj

Die Frankenburger haben genug von den Zogajs. Das berichteten die Medien in den vergangenen Tagen. Ein geplagter Bürgermeister und genervte, einfache Gemeindebürger zeigten ihre Erleichterung darüber, dass die kosovarische Familie in ihre frühere Heimat zurückkehren soll. Nun beginnt es in der Hausruck-Gemeinde, wo Nurije Zogaj mit ihren Kinder Arigona, Albin und Albona lebt, zu brodeln.

Das kleine Heer der Helfer, die in den vergangenen Jahren die Familie klammheimlich unterstützten, „ärgert sich schon seit langem über das furchtbare Bild, das wir in den Medien abgeben. Da kommen immer nur Leute zu Wort, die etwas gegen die Familie haben. Wir zeigen jetzt das andere Frankenburg,“ sagt Michael Neudorfer, ein gebürtiger Frankenburger, der in Vöcklabruck eine Buchhandlung betreibt.

Die Idee wurde erst gestern geboren:
Am 3. Juli findet im großen Saal des Preuner-Wirts, der 400 Gäste fasst, ein „Fest für Arigona, Albin und Albona“ statt. Die Gagen der Künstler – Franzobel und Sigi Maron haben spontan zugesagt – kommen den Kindern zugute. Weitere Beiträge sind willkommen. Die Initiative geht von Frankenburgern aus. Die Veranstalter sind lokale Initiativen. Der Benefizabend soll den Zogajs zeigen, „dass sie uns abgehen werden“.

Das jahrelange Gezerre um die kosovarische Familie polarisierte die Hausruck-Gemeinde. Zu Beginn standen der Gemeinderat und die Bewohner hinter den Zogajs. Die Stimmung kippte, als der damalige Innenminister Günther Platter erklärte, der Rechtsstaat dürfe sich nicht erpressen lassen. „Damals gingen Risse quer durch Familien, Freundschaften, Stammtischrunden, durch Vereine, durch Gemeinschaften eben“, so Neudorfer. Zwar gab es nach wie vor eine Familie, die Albin zum Fussballspielen mitnahm, einen 70-jährigen Großvater, der die jüngsten Zogaj-Kinder zum Kirtag ausführte oder Neudorfer, der die Schulmilch und Klassenausflüge für sie bezahlte. Das öffentlich zuzugeben war nicht mehr opportun. Neudorfer: „Das Fest ist auch eine Chance für Frankenburger, Haltung zu zeigen, vielleicht die letzte.“