Zur Person: Ute Bock

1969 fing Ute Bock als Erzieherin im ehemaligen Lehrlingsheim in der Zohmanngasse 28 an. Sieben Jahre später übernahm sie die Leitung des Hauses in Wien-Favoriten, das bald im Ruf stand, die letzte Station für schwierige Fälle zu sein.

Anfang der neunziger Jahre kamen Kriegsflüchtlinge vom Balkan und später junge Afrikaner, die aus der Bundesbetreuung geworfen worden waren. "Mama Bock“, wie die Flüchtlingshelferin bald hieß, organisierte Schlafplätze, Deutschkurse und Gelegenheitsjobs und steckte ihren Schützlingen Geld zu, damit sie nicht dealen gingen. Wenige Tage vor der Nationalratswahl 1999 stürmten Polizisten das Haus in der Zohmanngasse und verhafteten Dutzende Afrikaner.

Die "Operation Spring“ läutete das Ende des Flüchtlingsheims ein. 2002 zog sich Ute Bock in ihren eigenen Verein zurück. Nun, zehn Jahre später, hat Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner über seine Privatstiftung Concordia das Gebäude der Stadt Wien abgekauft und die Sanierung finanziert. Ute Bocks Wirken wurde mehrfach verfilmt. 2009 kam der Film "Bock for President“ in die Kinos, im Vorjahr folgte das Doku-Drama "Die verrückte Welt der Ute Bock“ (beide von Regisseur Houchang Allahyari). Zudem verewigte die Ö1-Journalistin Cornelia Krebs die Flüchtlingshelferin in einem Buch.