Zur Causa Noever: „Neupositionierung des MAK nicht durchführbar“

Keine Ruhe am Stubenring: Mitarbeiter des Museums für angewandte Kunst sprechen der interimistischen Geschäftsführung nun ihr Misstrauen aus. Man befürchtet eine Fortsetzung der Politik des vergangene Woche zurückgetretenen Direktors Peter Noever.

Nur fünf Tage nach dem Rücktritt von MAK-Direktor Peter Noever am 23. Februar hat ein Teil der Belegschaft des Hauses der derzeitigen Geschäftsleitung ihr Misstrauen ausgesprochen. In dem profil vorliegenden E-Mail, gerichtet an die interimistische Direktorin Martina Kandeler-Fritsch, die kaufmännische Leiterin Andrea Jungbauer-Radax sowie deren Vertreterin Kathrin Pokorny-Nagel, heißt es: „Sie alle waren während der Amtszeit von Herrn Dir. Noever Teil der Geschäftsleitung, Sie waren zeichnungsberechtigt. Aus diesem Grund hegen wir die berechtigte Sorge, dass es Ihnen nicht möglich sein wird, objektiv und wertfrei an der Aufarbeitung der Geschehnisse mitzuwirken.“ Noever habe sich, so heißt es in dem Mail weiter, „seinen Generalschlüssel am Donnerstag, 24. Februar 2011 aushändigen lassen“ – trotz eines vom Kuratorium einen Tag vorher ausgesprochenen Zutrittsverbots. Ebenso seien ihm nicht, wie vom Kuratorium gefordert, die Computer-Passwörter entzogen worden. „Das spricht gegen den Grundsatz der Objektivität und legt nahe, dass Sie offensichtlich befangen sind“, schreiben die Mitarbeiter: „Weiters haben Sie, sehr geehrte Frau Mag. Kandeler-Fritsch, in der MitarbeiterInnenversammlung erklärt, dass Sie keine Änderungen vornehmen werden. Auch diese Aussage nährt unsere Sorge, dass mit Ihnen eine dringend notwendige Aufarbeitung des ‘System Noever‘ und eine völlige Neupositionierung des Österreichischen Museums für angewandte Kunst nicht durchführbar sein werden.“ All dies erwecke den Anschein, dass „die Politik Noevers fortgesetzt werden soll“. Daher „sprechen wir Ihnen [...] unser Misstrauen aus.“ Gezeichnet wurde das Mail, das an die zuständige Ministerin Claudia Schmied weitergeleitet wurde, von elf MAK-MitarbeiterInnen in Schlüsselpositionen – nebst den Betriebsräten sind dies die Leiter und Leiterinnen der Sammlungen für Metall und Wiener Werkstätte (Elisabeth Schmuttermeier), Textilien und Teppiche (Barbara Karl), Asien (Johannes Wieninger) sowie die Verantwortlichen für Führungen (Gabriele Fabiankowitsch) und Restaurierung (Manfred Trummer).