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Gravierende Mängel: Aufsicht zeigt Bitpanda die Krallen

Die Finanzaufsicht stieß bei der Deutschland-Tochter der österreichischen Krypto-Plattform Bitpanda auf Schwächen im Risikomanagement. Und die interne Prüf-Abteilung der Firma soll noch 2025 wegen „fortlaufender Verstöße“ Alarm geschlagen haben.

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Wer bremst, verliert. Jedes Jahr im Jänner stürzen sich die Ski-Gladiatoren des Alpinen Weltcup-Zirkus mit halsbrecherischem Speed die „Streif“ in Kitzbühel hinunter. In verbissener Rennhocke rasen sie nach halber Streckenlänge auf den spektakulären „Seidlalm“-Sprung zu. Was dahinter kommt, sehen sie nicht. Die Athleten wissen nur: Sie müssen schon in der Luft nach rechts drehen, sonst geht es sich nicht aus. 

Was dieses Jahr – neben einer langgezogenen Kurve – hinter dem Sprung kam? Viele dunkelgrüne Werbe-Banner, einen ganzen Streckenabschnitt lang. Jüngster Promotion-Coup eines ganz besonderen Neuankömmlings unter den Hahnenkamm-Großsponsoren: Bitpanda, Krypto-Plattform mit österreichischen Wurzeln, steiler Entwicklungskurve und ganz großen Ambitionen. 

Das Sieben-Millionen-Nutzer-„Einhorn“

2014 als Startup in Wien gegründet, verweist Bitpanda heute auf mehr als sieben Millionen Nutzer und Büros in neun europäischen Ländern. Seit 2021 reklamiert das Jungunternehmen „Einhorn“-Status für sich – also einen rechnerischen Unternehmenswert von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Eine Rarität im nicht gerade Tech-lastigen Mitteleuropa. Geschäftlich baute Bitpanda sein Angebot in den vergangenen Jahren rasant aus. Die Plattform, über die Privatpersonen unter anderem Krypto-Assets erwerben und handeln können, ist für viele das Tor zu einer neuen Finanzwelt. 

Wer bremst, verliert. Das könnte in der Welt der Startups, Fintechs und Kryptos bis zu einem gewissen Grad wohl ebenfalls als Motto herhalten.  Wer nicht bremst oder wer beim Managen von Risiken Schwächen aufweist, verliert jedoch manchmal auch. Oder handelt sich zumindest Ärger ein. 

Aufstieg mit Schrammen

Wie Recherchen von profil, „Süddeutscher Zeitung“ („SZ“), NDR und WDR zeigen, dürfte der rasante Aufstieg von Bitpanda nicht ganz ohne Schrammen vonstatten gegangen sein. Die deutsche Finanzmarktaufsicht „BaFin“ attestierte der „Bitpanda Asset Management GmbH“ (BAM) mit Sitz in Berlin vor nicht allzu langer Zeit schwere Mängel im Bereich des Risikomanagements. Die Deutschland-Tochter ist eng mit der österreichischen Mutterfirma verbunden – laut Bitpanda wurden die festgestellten Defizite mittlerweile vollständig behoben. Doch dann dürfte im Vorjahr auch noch die unternehmensinterne Prüf-Abteilung der Tochterfirma auf die Barrikaden gestiegen sein.

Stefan Melichar

Stefan Melichar

ist Chefreporter bei profil. Der Investigativ- und Wirtschaftsjournalist ist Mitglied beim International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ). 2022 wurde er mit dem Prälat-Leopold-Ungar-Journalist*innenpreis ausgezeichnet.

Josef Redl

Josef Redl

ist Redakteur im Wirtschafts-Ressort.