Ein Leonardo M-346 FA steht mit verschiedenen Raketen am Boden.
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Kampfjet-Kauf: Die Geister-Gegengeschäfte beim „Leonardo“-Deal

Lange drängten Wirtschaftsvertreter darauf, dass es trotz des Eurofighter-Desasters wieder Begleit-Deals bei Rüstungskäufen geben soll. Die Regierung ermöglichte das dann 2025 bei der Beschaffung von „Leonardo“-Jets – doch nun herrscht Funkstille.

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Es war ein Lobbying-Coup der Sonderklasse: Spätestens seit Mitte 2024 hatten sich Wirtschaftsvertreter zunächst hinter, dann auch vor den Kulissen dafür stark gemacht, dass es in Zusammenhang mit Rüstungsbeschaffungen wieder sogenannte Gegengeschäfte geben darf. Und siehe da: Trotz der zwei Jahrzehnte dauernden, hochnotpeinlichen Aufarbeitung des Eurofighter-Desasters und trotz eines offiziellen Bannspruchs gegen korruptionsanfällige Begleit-Deals durch einen früheren Verteidigungsminister schafften es Interessensvertreter von Wirtschaft und Industrie schließlich doch.

Im Zuge der Beschaffung von zwölf M-346-Kampfjets des italienischen Herstellers „Leonardo“ für das Bundesheer um insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro soll es „industrielle Kooperationen“ geben – und zwar im stattlichen Ausmaß von 400 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium schloss Ende November 2025 im Zuge des Jet-Kaufs durch das Verteidigungsressort einen entsprechenden Vertrag mit den Italienern. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) freute sich über eine Stärkung der heimischen Industrie. Doch wer gedacht hätte, dass nun alle Dämme brechen und gute Geschäfte am laufenden Band unter Dach und Fach gebracht würden, irrt. Man hört: Das alles soll nicht so recht abheben.

Stefan Melichar

Stefan Melichar

ist Chefreporter bei profil. Der Investigativ- und Wirtschaftsjournalist ist Mitglied beim International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ). 2022 wurde er mit dem Prälat-Leopold-Ungar-Journalist*innenpreis ausgezeichnet.