Ein älterer Mann im blauen Anzug sitzt an einem Tisch mit Laptop und Monitor.
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Die WKStA ermittelt gegen Gusenbauer und einen ehemaligen Signa-Manager wegen des Verdachts auf Untreue. Es geht um 10 Millionen Euro.

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Nur einen Tag nach seinem ersten Prozesstag am Handelsgericht rückte die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gegen den ehemaligen Kanzler und Signa-Beirat Alfred Gusenbauer aus. Am Donnerstag führten die Ermittler mehrere Hausdurchsuchungen an verschiedenen Wohn- und Geschäftsadressen Gusenbauers in Wien und in der Wachau durch. Dabei stellten sie zahlreiche Datenträger und Unterlagen sicher. „Alfred Gusenbauer soll als Aufsichtsratsvorsitzender der Signa Development Selection AG und der Signa Prime Selection AG im Oktober und November 2022 seine Befugnisse missbraucht und dadurch die beiden Gesellschaften in Höhe von insgesamt 10 Millionen Euro geschädigt haben“, schreibt die WKStA in einer Aussendung.

Gusenbauer war Aufsichtsratsvorsitzender dieser beiden Gesellschaften. Konkret soll er 2022 gemeinsam mit einem Vorstandsmitglied – profil-Informationen zufolge dürfte es sich um den deutschen Manager Timo H. handeln – eine „ungerechtfertigte Abschlagszahlung auf eine Erfolgsbeteiligung“ vereinbart und deren Auszahlung an das Vorstandsmitglied angeordnet haben. Und zwar ohne rechtliche Grundlage und ohne Zustimmung des Aufsichtsrats, so die Ermittler. Auch gegen den ehemaligen Signa-Manager wird ermittelt; er soll Gusenbauer zur Auszahlung bestimmt haben. Für beide gilt die Unschuldsvermutung in vollem Umfang. „Wir kommentieren das nicht und geben keine Stellungnahme ab“, sagte Gusenbauers Anwalt Rüdiger Schender. 

Neue Ermittlungen

Neue Erkenntnisse gibt es laut WKStA zum bereits laufenden Verfahren gegen Signa-Gründer René Benko rund um eine Kapitalerhöhung durch ein mutmaßliches Geldkarussell. Benko soll laut Ermittlern 2023 eine Reihe von Investoren zu millionenschweren Geldspritzen verleitet haben. Und zwar, indem er mutmaßlich vorgetäuscht haben soll, selbst Geld aus der mittlerweile insolventen Familie-Benko-Privatstiftung in die Signa zuzuschießen. Dabei soll es sich aber um Investorengelder gehandelt haben, die einfach im Kreis geschickt wurden. profil berichtete ausführlich

Jetzt wurde bekannt, dass Benko mutmaßlich eine weitere Gesellschafterin der Signa Holding zu einem Darlehen von 250 Millionen Euro verleitet haben soll und später zu einer Darlehensverlängerung und einem teilweisen Forderungsverzicht bewogen haben soll; „durch Vorspiegelung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und Rückzahlungswilligkeit der Signa Holding GmbH“, wie die WKStA schreibt.

Ein ganz neuer Ermittlungsstrang dreht sich um sogenannte „Intercompany-Darlehen“, also um Kredite, die innerhalb der Signa zwischen Gesellschaften vergeben wurden. Hier ermittelt die WKStA wegen des Verdachts der Untreue und der betrügerischen Krida gegen Signa-Gründer René Benko und weitere Verantwortliche deutscher und österreichischer Gesellschaften sowie gegen „unbekannte Täter“. Sie sollen unbesicherte Darlehen in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe an andere Signa-Gesellschaften vergeben haben und dadurch in weiterer Folge die Gläubiger der nunmehr insolventen Gesellschaften geschädigt haben. Benko selbst hat alle Vorwürfe gegen seine Person immer bestritten. (red)