Zwei Beamte der ungarischen Spezialeinheit TEK, dahinter die beiden beschlagnahmten Geldtransporter.
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In Ungarn wurden Geldtransporter einer ukrainischen Bank beschlagnahmt. Möglicherweise haben ungarische Ermittler eine geheime Erkundungsmission auf österreichischem Boden durchgeführt.

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Vergangenen Sonntag besuchte Péter Magyar Wien. Der ungarische Oppositionspolitiker kam nicht zum Sightseeing, Magyar unterzog sich in einem Ärztezentrum beim Naschmarkt einem Drogentest und postete ein Video davon online. Der Herausforderer von Viktor Orbán wehrt sich damit gegen eine Verleumdungskampagne. Ungarn wählt am 12. April ein neues Parlament, und es ist nicht das erste Mal, dass Österreich im laufenden Wahlkampf eine skurrile Nebenrolle spielt.

Möglicherweise haben ungarische Ermittler sogar eine geheime Erkundungsmission auf österreichischem Boden durchgeführt – ohne die hiesigen Behörden zu informieren. Sie sollen die Routen von Geldtransportern ausgekundschaftet haben, die regelmäßig zwischen Österreich und der Ukraine unterwegs sind. Sicher ist: Am 5. März dieses Jahres beschlagnahmte die ungarische Anti-Terror-Einheit TEK nahe Budapest zwei gepanzerte Fahrzeuge, die auf dem Weg von Österreich in die Ukraine waren.

Das Wachpersonal wurde kurzfristig festgenommen, nach 28 Stunden wurden die sieben Männer aus Ungarn ausgewiesen. Die Transporter sind inzwischen ebenfalls wieder in der Ukraine. Die wertvolle Ladung – neun Kilogramm Gold in Barren, 40 Millionen US-Dollar und 35 Millionen Euro in Bargeld – haben die ungarischen Behörden konfisziert. Als Begleitmusik wurde von der Regierung das Gerücht in die Welt gesetzt, Teile des Geldes seien zur Finanzierung der ungarischen Opposition gedacht gewesen.

Der renommierte ungarische Investigativjournalist Szabolcs Panyi hat auf der Rechercheplattform „VSquare“ Hintergründe der Aktion veröffentlicht. Demnach haben die ungarischen Behörden die Geldtransporte seit Jänner dieses Jahres observiert: „Ein Teil dieser Überwachung wurde im Ausland durchgeführt: Ungarische Agenten identifizierten das Hotel, das von ukrainischen Sicherheitskräften in Wien genutzt wurde, und kartierten deren Routen durch Österreich.“

Josef Redl

Josef Redl

ist Redakteur im Wirtschafts-Ressort.