Ein konfiszierter Geldtransporter, im Vordergrund zwei uniformierte Männer.
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Viktor Orbán als Raubritter: Ukrainische Geldtransporter beschlagnahmt

Die ungarische Regierung hat in einer beispiellosen Aktion zwei Geldtransporter einer ukrainischen Bank einkassiert. Und die FPÖ hat die begleitende Desinformationskampagne eifrig unterstützt.

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Am 5. März 2026 fahren zwei Ford Transit mit ukrainischen Kennzeichen bei Budapest vom Autobahnring M0 ab. Was die Fahrer nicht wissen: Am Rastplatz werden sie bereits erwartet. Von Beamten der ungarischen Spezialeinheit TEK. Es sind allerdings keine zur Fahndung ausgeschriebenen Terroristen, die von den ungarischen Behörden festgenommen werden. Bei den zwei gepanzerten Fahrzeugen handelt es sich um Geldtransporter der ukrainischen Oschadbank, die routinemäßig Devisen in die Ukraine liefern. 

Ein Video, das die ungarische Regierung via Facebook veröffentlichte, zeigt den Einsatz. Am Ende liegen mehrere der Geldkuriere auf dem Asphalt, die Hände hinter dem Rücken gefesselt. Auch das Wageninnere eines Transporters ist zu sehen. Zahlreiche in blaue Plastikfolie eingeschlagene Bündel sind mit Spanngurten an der Innenwand fixiert. 

Insgesamt befanden sich 40 Millionen US-Dollar und 35 Millionen Euro in Bar sowie neun Kilogramm Gold in den zwei gepanzerten Fahrzeugen, die von der ungarischen Steuer- und Zollverwaltung beschlagnahmt wurden, wegen eines angeblichen Verdachts auf Geldwäsche. Tatsächlich ist an dem Geldtransport nichts anrüchig. Dollar und Euro sind in der Ukraine Ersatzwährungen, die man sogar via Bankomat beheben kann. Es besteht ein hoher Bedarf an Bargeld, der auf offiziellem Wege gedeckt werden kann. Die staatlich-ukrainische Oschadbank hat in diesem Fall von der österreichischen Raiffeisen Bank International Devisen bezogen. „Die RBI ist in Europa seit vielen Jahren als Händler für Banknoten tätig und arbeitet dabei eng mit verschiedenen Notenbanken, Sicherheitsbehörden und Distributoren zusammen“, so ein Sprecher der Raiffeisen Bank International. Die Transporte werden Zollbehörden gemeldet, die Einhaltung aller Sorgfaltspflichten von der Finanzmarktaufsicht geprüft. 

„Solche Transporte finden im Schnitt einmal die Woche statt“, erklärt Yurii Katsion,

Josef Redl

Josef Redl

ist Redakteur im Wirtschafts-Ressort.