Adam Schlesinger und die Schönheit von Fountains of Wayne

Countersound #13: Philip Dulle findet Musik gegen Corona.

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Das Leben ein Taumel; der Corona-Shutdown-Alltag ist eine Aneinanderreihung kleiner bis großer Katastrophenmeldungen. Am 1. April ist der New Yorker Musiker Adam Schlesinger mit nur 52 Jahren an einer Covid-19-Erkrankung verstorben. Es gab Komplikationen. Schlesinger war kein Star, aber einer der begnadetsten Songschreiber seiner Generation; er komponierte Songs für Filme, TV-Serien und Broadway-Shows, hat einen Grammy und drei Emmys gewonnen, war für den Oscar („That Thing You Do!“) nominiert – und spielte in der fabelhaften Indierock-Formation Fountains of Wayne.

Der richtige Moment also, um diese unschuldigen Pop-Miniaturen wiederzuentdecken. Ihre Schönheit zeigt sich im unerschütterlichen Glauben an die Kraft eines eingängigen Refrains. Schlesinger und Fountains of Wayne balancieren zwischen Powerpop und Beach-Boys-Harmonien, erweisen den Beatles Respekt und finden noch in den traurigsten Momenten Worte und Bilder der Hoffnung. „He takes a step back / He's under attack“, heißt es in der Ballade „All Kinds of Time“ von 2003: „But he knows that no one can touch him now.“

Alles wird gut.

Philip Dulle

Philip Dulle

1983 in Kärnten geboren. Studium der Politikwissenschaft in Wien. Seit 2009 Redakteur bei profil. Hat ein Herz für Podcasts, Popkultur und Basketball.