Thomas Bernhard
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© Thomas Bernhard

Kultur
03/10/2018

Düsterer Regenbogen

Thomas Bernhards gesammelte Werke endlich im Taschenbuch.

von Wolfgang Paterno

Die Gesamtausgabe von Thomas Bernhards gesammelten Werke im Paperback hüllt sich in ein bestrickendes Grau, einem dunkeldüsteren Regenbogen ähnlich. Farbgebung und -verlauf passen: Wer brächte den 1989 verstorbenen Romancier und Dramatiker mit Sonnengelb, Rosarot, Babyblau in Verbindung? Inhaltlich korrespondiert die 22-bändige Taschenbuch-Edition mit der von Martin Huber und Wendelin Schmidt-Dengler ab 2003 betreuten und Anfang 2014 abgeschlossenen Hardcover-Ausgabe, einem hochpreisigen Buch-Schmuckstück, mit dem wohl selbst Schimpfvirtuose Bernhard einverstanden gewesen wäre. Die ersten neun dunkelgrau schattierten TB-Bände sind den großen Romanen gewidmet, Band 10 fasst Bernhards zeitlose autobiografische Erzählungen zusammen, die Bände 11 bis 23 sammeln Erzählungen, Gedichte, Reden, Dramen, Leserbriefe, Interviews, Feuilletons, frühe Zeitungsartikel, Texte aus dem Nachlass. Editorisch sind beide Bernhard-Editionen Musterstücke germanistischen Arbeitens: Jeder Band klärt im Anhang via Nachlass-Material über Textgenese, biografische Hintergründe oder Bernhards legendäre Langzeitfehden mit seinem Verlag Suhrkamp auf. "Unter uns gesagt, ich bin ein Klassiker", lässt der Dramatiker im Stück "Der Theatermacher" einen Schauspieler sagen. Jetzt ist Bernhard auch ein Taschenbuch-Klassiker.

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