Frenetisch lachender junger Mann in historischem Kostüm, im Vordergrund Nptenblätter
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Viel Lärm um Pop-Ikone Wolfgang Amadeus: Das Mozart-Business boomt

Mozart auf allen Kanälen: Das Geschäft mit dem Salzburger Genie läuft dieser Tage wie geschmiert, nur leider selten erkenntnisträchtig.

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Falcos Ohrwurm „Rock Me Amadeus“ ist längst in den Rang eines Austro-Popklassikers aufgestiegen, sogar der Bariton Georg Nigl hat ihn in seinen feinen Salzburger Liederabenden mit dem Mozart-Clavichord liebevoll zitiert. Und auch mit Tom Hulce als kindisch-ferkeligem Komponisten in Miloš Formans Verfilmung „Amadeus“ (1984) hat man seinen Frieden gemacht.

Während nun eine neue englische Miniserie das dem Film zugrunde liegende Peter-Shaffer-Stück, das einst die Legende vom armen Mozart-Rivalen Antonio Salieri als Genievergifter zementierte, kitschselig variieren will („Amadeus“, ab 21. Dezember bei Sky), erfreut das Mozarteum Salzburg als Lordsiegelbewahrer des authentischen Mozart-Bilds mit der Nachricht von der größten Schenkung originaler Mozart-Schriften (Briefe wie Noten) seit der Überlassung ihres jeweiligen Nachlasses durch die Mozart-Söhne im 19. Jahrhundert. Die Stücke stammen aus der Kölner Sammlung von Hans Joachim Eggers, einem Virologen, der die wichtigste private Mozart-Sammlung in Deutschland zusammentrug. Bis 1. Februar werden sie in Mozarts Wohnhaus in Salzburg präsentiert.

Historische, handgeschriebene Musikpartitur
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Gleichzeitig halten es ORF wie ARD für nötig, in einem gemeinsam produzierten Sechsteiler namens „Mozart/Mozart“ die Infantilisierung eines Großkünstlers als scheinbar niederschwellige Annäherung weiterzutreiben (im ORF am 15. und. 17. Dezember linear, ab 12. Dezember in der ARD-Mediathek). War Weihnachten 2024 Johann Sebastian Bach in Gestalt des Schauspielers Devid Striesow mit den (milde fiktionalisierten) Umständen der Weihnachtsoratorium-Entstehung dran, so muss es diesmal wieder das „Wolfgangerl“ als syphilitischer Blödian und Rokoko-Popstar sein.

Also werden an sichtlich billigen Drehorten, in litauischen Schlössern und Kirchen, musicalhafte Kostüme vorgeführt. Das Ensemble agiert auf Autopilot: Philipp Hochmair als geistesschlichter Kaiser Joseph II. und Verena Altenberger als gelangweilte Marie Antoinette rocken verzückt mit einem Coming-of-Age-Amadé (Eren M. Güvercin). Der ist freilich zwischendurch eine Frau, denn die angeblich so unterdrückte Schwester Maria Anna (vulgo: Nannerl) muss faktenfalsch zur Virtuosin und kongenialen Komponistin verklärt werden. Es stimmt wenig in diesem öden Robenreigen, doch dem realen Mozart wird dieses wüste Machwerk wenig schaden. Zum Glück.