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profil macht schlau
06/17/2022

Wie kann ich meine Zimmerpflanzen vor Schädlingen retten?

Trauermücken, Blattläuse, Spinnmilben. Die häufigsten Schädlinge bei Zimmerpflanzen und wie Sie diese loswerden.

von Elena Crisan

Sie haben schon wieder eine Zimmerpflanze sterben lassen und wissen nicht wieso? Bei regulärer Pflege und regelmäßigem Gießen müssen Sie nicht an Ihrem grünen Daumen zweifeln – vielmehr kann ein Schädlingsbefall der Grund für kranke Pflanzen sein.

Ein Dschungel in den eigenen vier Wänden, der sich seit der Pandemie neuer Beliebtheit erfreut, kann häufig unwillkommene Besucher bergen. Für Sie selbst sind die Schädlinge ungefährlich – dennoch sollten Sie sie schnellstmöglich loswerden. Denn: Die Kleintierchen verbreiten sich sonst in der gesamten Wohnung. Am besten inspizieren Sie die Pflanzen genau bei jedem Gießen: an den Blattunterseiten, zwischen Blattstiel und Pflanzenstängel und die Jungtriebe. Dort versammeln sich Schädlinge gern als erstes.

Aber welche Schädlinge befallen meistens meine Zimmerpflanzen? Wie erkenne ich sie – und was kann ich dagegen tun? Ein Überblick:

Trauermücken

So erkennen Sie einen Befall: Sie schwirren um die Topfpflanze oder auf der Erde herum und fliegen beim Gießen auf. Trauermücken leben nur wenige Tage. In dieser Zeit legen die Weibchen bis zu 200 Eier. Für die Pflanze gefährlich sind weniger die ausgewachsenen schwarzen Fliegen (zwischen zwei und vier Millimeter groß), sondern ihre Larven. Sie ernähren sich von den Wurzeln der Pflanze.

Erste-Hilfe: Bei einem mittelschweren Befall eignen sich Insektizide als Gießmittel, die im Baumarkt erhältlich sind. Einen starken Befall können Sie mithilfe von Nematoden bekämpfen. Die Nützlinge fressen die Larven auf und vermehren sich, solange Trauermücken in der Erde vorhanden sind. Sobald sie nicht mehr gebraucht werden, sterben sie ab.

Es ist wichtig, Trauermücken frühzeitig zu bekämpfen. Mithilfe von Gelbtafeln oder -stecker können Sie einen Befall erkennen. Die ausgewachsenen Fliegen werden von der gelben Farbe angezogen und bleiben an dem Plättchen kleben. Gelbtafeln helfen jedoch nicht gegen die Larven, sondern nur gegen die Fliegen und reichen daher nicht zur Bekämpfung aus.

Vorbeugung: Um die Wahrscheinlichkeit eines Trauermückenbefalls zu minimieren, ist es ratsam, eine etwa einen Zentimeter dicke Schicht Sand auf die Pflanzenerde zu gießen. Quarzsand, etwa Chinchilla-Sand, wirkt durch die gräuliche Farbe für die Trauermücken abstoßend und verwehren den Zugang zur Blumenerde.

Blattläuse

So erkennen Sie einen Befall: Die kleinen grünen oder gelben Tierchen (zwischen drei und sieben Millimeter groß) wandern an den Stielen oder unter den Blättern Ihrer Pflanze auf und ab. Sie können auch weiße Schüppchen erkennen, da sich die Blattläuse regelmäßig häuten. Gelbe Flecken und wellige Blätter sind auf einen Befall hindeutende Symptome. Blattläuse sind mit einem Stechrüssel ausgestattet und ernähren sich vom Saft der Pflanzen.

Erste-Hilfe: Zuerst die Blätter mit einem feuchten Tuch abwischen. Was in jedem Fall hilft, ist die Pflanze in der Dusche mit Wasser abzuspritzen. Achten Sie darauf, die Pflanze schräg zum Wasserstrahl zu halten, um zu verhindern, dass die Blattläuse in die Erde fallen. Bei starkem Blattlausbefall können Sie die Pflanze mit Präparaten auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife besprühen. Ein Schädlingsspray hilft, besonders hartnäckige Blattläuse zu vertreiben. Erst bei Kontakt mit dem Wirkstoff sterben die Insekten ab, achten Sie also darauf, die Pflanze flächendeckend einzusprühen. Wenn einzelne Pflanzentriebe sehr stark befallen sind, sollten Sie diese abschneiden. Im Garten, aber auch für Zimmerpflanzen, ist der Marienkäfer ein sinnvoller Nützling gegen Blattläuse. Eine einzelne Marienkäferlarve verspeist in den drei Wochen bis zu ihrer Verpuppung zwischen 400 und 600 Blattläuse.

Vorbeugung: Die richtige Pflege Ihrer Zimmerpflanzen wirkt vorbeugend. Überdüngen Sie die Pflanzen nicht mit Stickstoff, ansonsten wächst sie zu schnell in die Höhe und bildet besonders dünne Zellwände aus, was die Läuse mögen. Pflanzen, die ätherische Öle enthalten, wie Lavendel, Salbei und Thymian, wirken als Schutzbarriere. Lavendel wird in Gärten deshalb gern zwischen Rosen gepflanzt.

Spinnmilben

So erkennen Sie einen Befall: Zwischen den Blättern sowie am Übergang zwischen Blattstiel und Stängel bilden Spinnmilben weiße oder gelbliche Gespinste. Sie sehen aus wie sehr feine Spinnennetze. Spinnmilben sind winzige Spinnentiere (und keine Insekten), die sich vom Pflanzensaft ernähren. An Ihrer Pflanze zeigt sich ein Befall an blassen und verwelkten Blättern.

Erste-Hilfe: Sie können ähnlich wie bei Blattläusen vergehen. Duschen Sie die Pflanze mit kaltem Wasser ab, vor allem an den Blattunterseiten. Verhindern Sie, dass die Spinnmilben in die Erde fallen, indem Sie ein Plastiksackerl am Pflanzenstamm über der Erde zusammenbinden. Ein Präparat aus Wasser und Rapsöl hilft bei schwachem, ein Zimmerpflanzen-Spray aus dem Baumarkt hingegen bei starkem Befall. Besonders befallene und eingerollte Blätter schneiden Sie am besten ab.

Vorbeugung: Hohe Luftfeuchtigkeit und Nützlinge wie Raubmilben.

Und was kann ich vorbeugend machen?

Gegen jede Art von Befall gilt es, in hochwertiger Erde zu investieren und vor dem Kauf von Zimmerpflanzen oder Küchenkräutern, diese schon im Geschäft genau mit einer Handytaschenlampe zu untersuchen. Meistens werden die Schädlinge durch die Erde oder auf der Pflanze in die Wohnung geschleppt. Deshalb sollten neue Pflanzen etwa zwei Wochen lang weit weg, von ihren gesunden Artgenossinnen in Quarantäne gebracht werden. Stellen Sie diese in einen Raum ohne andere Pflanzen und achten Sie dabei auf ähnlich gute Standortbedingungen und Lichtverhältnisse.

Weiterer Tipp: Das Pflanzenlexikon von feey, einem Zimmerpflanzenshop aus der Schweiz.

 

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Sie lesen einen Artikel aus der Serie "profil macht schlau", in der Fragen des Alltagslebens beantwortet werden. Näheres zu der Serie und weitere Teile können Sie hier nachlesen.

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