<i><small>Michael Nikbakhsh</small></i>
Bankräuberbank

<i><small>Michael Nikbakhsh</small></i>
Bankräuberbank

Wenn das keine gute Nachricht ist: Die Zahl der Banküberfälle in Wien hat heuer deutlich abgenommen.

Zwischen Jänner und Anfang Dezember waren es derer 24 – gegenüber 33 im Jahr 2012. Verbrechen lohnt sich nämlich nicht, wie die Exekutive nicht müde wird, zu betonen. Schließlich werde jeder zweite Täter gefasst – ganz abgesehen davon, dass in den Filialen nicht mehr wirklich viel zu holen sei. Von wegen automatische Kassentresore und reduzierter Bargeldbestand und Alarmpakete und Security und so. Soll heißen: kleine Beute versus hohe Haftstrafe. Es gibt fraglos bessere Geschäftsmodelle als den Bankraub.

Wenn das nicht die noch viel bessere Nachricht ist: Die EU-Kommission hat nun sechs Großbanken zu 1,7 Milliarden Euro an Geldstrafen verdonnert, weil sie den Markt manipuliert haben. Von wegen erfundene Leitzinssätze und so. Auch das eine Art Bankraub. Mit ungleich größerem Schaden und ungleich mehr Geschädigten. Und dreimal dürfen Sie raten, wer am Ende auch noch die Last der Geldstrafe tragen wird müssen: die Kunden, wer sonst?

Ich verneige mich vor Bertolt Brecht selig. Wie formulierte dieser einst so treffend: „Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“

michael.nikbakhsh@profil.at