Michael Nikbakhsh: Nachbrenner

Michael Nikbakhsh: Nachbrenner

Heute lernen wir etwas über das Prinzip Landesverteidigung à l’autrichienne.

Das Heeresressort muss mittlerweile nicht mehr nur am Material, sondern vielmehr auch beim Personal sparen. Und das geht so. Seit Ende April sind nur noch zwölf von ursprünglich 18 Eurofighterpiloten im Einsatz. Für 15 Jets. Weil: kein Geld mehr da. Das hat prompt die ÖVP auf den Plan gerufen. Deren Wehrsprecher Bernd Schönegger richtete SPÖ-Verteidigungsminister Gerald Klug vergangene Woche aus, er, Klug, würde die „Einsatzfähigkeit des Bundesheeres und damit auch die Sicherheit Österreichs“ gefährden. Bemerkenswert. War es doch die schwarz-blaue Regierung, die 2002 die Anschaffung der (ursprünglich sogar 18) Jets gegen alle Vernunft durchdrückte. Nur zur Erinnerung: Der Kaufpreis für schlussendlich 15 Trümmer betrug 1,6 Milliarden Euro, Nebengeräusche und Betriebskosten nicht eingerechnet. Laut einer Rechnungshof-Kalkulation von 2013 wird das Projekt Eurofighter die Steuerzahler bis 2015 jedenfalls mit 2,6 Milliarden Euro belastet haben. Stranded costs, im wahrsten Sinne. Oder eben eine Hypo Alpe-Adria mit Nachbrenner. Und was soll man eigentlich davon halten, dass Österreich nun mehr Minister und Staatssekretäre (16 nämlich) als Eurofighterpiloten hat?
michael.nikbakhsh@profil.at