Donalds Diener
Rubio: Also: Als Erstes haben wir klarerweise einmal das immer verlässliche Ungarn auf der Liste unserer zukünftigen Außenstellen.
Trump: Natürlich. Dieser Viktor ist ein grundvernünftiger Kerl. Und was noch wichtiger ist: Er folgt auf Pfiff.
Rubio: Als Nächstes Italien.
Trump: Unbedingt! Diese Blondine macht mich spitz wie Lumpi. Allein der Name! Meloni! Grrr!
Rubio: Dann haben wir noch Polen.
Trump: Aha. Wodurch qualifizieren sich die?
Rubio: Die sind dermaßen katholisch – die halten den Papst für einen Kommunisten.
Trump: Genau wie wir! So mag ich meine Europäer.
Rubio: Und als letztes Ziel-1-Land, mit dem wir unsere Beziehungen intensivieren werden, weil wir es als absolutes Hoffnungsgebiet für eine zukünftige Spaltung der EU sehen, haben wir – Österreich.
Trump: Österreich? Ich kenne Österreich, ich weiß alles über die. Die Österreicher leben in ihren Waldstädten und haben trotzdem keine Brände wie in Kalifornien. Und das, obwohl sie viel explosivere Bäume haben. Weil sie ihren Wald eben aufräumen.
Rubio: Ja, genau. Viel Wald, viele Hügel – es ist ein bisschen wie Kentucky. Nur kleiner.
Trump: Also auch voller Hillbillys mit Latzhosen und langen Bärten?
Rubio: In manchen Tälern jedenfalls. Wobei ihre Hosen angeblich aus Leder sind.
Trump: Also ein Haufen Hinterwäldler mit lauter zukunftsträchtigen politischen Vorstellungen? Klingt tatsächlich nach leichter Beute. Wer sind unsere V-Leute vor Ort?
Rubio: Das ist die FPÖ. Das F im Namen steht für Freedom.
Trump: Und meinen sie das auch so?
Rubio: Natürlich nicht. Kämen sie sonst auf meine Liste?
Trump: Wenn die jetzt auch noch eine geile Blondine an der Spitze haben, dann ist Europa doch noch nicht ganz verloren.
Rubio: Das leider nicht. Der Boss von denen heißt Herbert Kickl. Meine Beobachter vor Ort meinen: Nicht unbedingt ein Charmebolzen. Mehr der Typ verbissener, aggressiver Klassenstreber. Aber die Kontakte laufen bisher vor allem über einen Europa-Abgeordneten namens … Harald Vilimsky.
Trump: Komischer Name. Ist der Russe?
Rubio: Nein. Aber er wäre es gern.
Trump: Dem Manne kann geholfen werden!
Rubio: Außerdem war sein größter politischer Erfolg bisher, dass er sich mit einem Taser umnieten hat lassen, weil er damit beweisen wollte … Keine Ahnung, was er damit beweisen wollte. Aber es war wenigstens bemerkenswert dämlich.
Trump: Hervorragend, ja! Auf genau solche Leute können wir unsere Kirche bauen!
Rubio: Es gibt bei dem ganzen Plan mit unseren Vasallen eigentlich nur ein Problem.
Trump: Die Wahlen? Die anderen Parteien? Ach, die erledigen unsere Tech Bros und Vladimirs Trollfabriken auf Social Media doch im Handumdrehen.
Rubio: Nein, das Problem ist leider, dass viele Europäer dermaßen verpeilt sind, dass sie … sie …
Trump: Was? Jetzt spuck es schon aus!
Rubio: Sie können dich nicht ausstehen.
Trump: Was? Das sind Fake News! Alle lieben mich.
Rubio: Leider nicht. Die Mehrheit hasst dich. Hat eine neue Umfrage gerade ergeben.
Trump: Das muss an diesen heillos überdotierten Bildungsbudgets in Europa liegen. Höchste Zeit, dass wir da eingreifen.
Rubio: Aber bis das nicht passiert ist, heißt das, dass es unseren Freunden vielleicht sogar schaden könnte, wenn sie sich jetzt gleich ausdrücklich uns unterwerfen.
Trump: Aber das ist doch nun einmal ihre Bestimmung! Sie sind nur Europäer! Sie sind dazu geboren, mir zu dienen. Niemanden interessiert, was sie wollen.
Rubio: Natürlich nicht. Aber das ist möglicherweise nicht ganz der richtige Wahlschlager für eine nationalistische Partei, der es doch angeblich um „Österreich zuerst“ geht.
Trump: Was für unintelligente Menschen! Als ob es einen größeren Wahlschlager geben könnte als mich.
Rubio: Die Zeit ist noch nicht reif. Sie sollten vorerst besser weiter mit Migranten arbeiten, die in Salzburg Hunde und Katzen essen.
Trump: Ach, haben die auch solche?
Rubio: Wer hat die nicht? Und unsere Zusammenarbeit sollte einstweilen eher unter dem Radar laufen. Wir können sie auch so unterstützen, dass es nicht gleich jeder merkt. Mit Geld zum Beispiel – wenn ihnen das von Vladimir ausgeht.
Trump: Und mit unserer Brain Power! Denn wie viele gute Ideen sie auch haben – unsere sind natürlich noch viel toller.
Rubio: Und vielleicht kannst du diesen Kickl ja mal ins Weiße Haus einladen.
Trump: Der Taser-Typ wäre mir aber lieber. Ich wollte immer schon einmal einen Kerl so flachlegen!
Rubio: Na dann! Make Austria flat again!