Eine Illustration, die ein weinendes Baby zeigt
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Baby fast zu Tode geschüttelt? Die Anklageschrift gegen die Eltern

Wiener Eltern, die ihr Baby so heftig schüttelten, dass es beinahe stirbt – dieser Verdachtsfall sorgte österreichweit für großes Aufsehen. Chats und Suchverläufe könnten den beiden Beschuldigten nun zum Verhängnis werden.

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Irgendwann wird Linda fragen. Irgendwann wird man es ihr sagen: Deine Eltern wurden 2026 angeklagt, weil sie versucht haben sollen, dich zu töten, als du ein Monat alt warst. Du hast nur knapp überlebt.

Für das Mädchen aus Wien begann das Leben unter schwierigen Vorzeichen. Als Linda gezeugt wurde, hätte ihr Vater gar nicht in Österreich sein dürfen. Der mehrfach verurteilte Gewalttäter Z., ein deutsch-italienischer Doppelstaatsbürger, wurde 2023 nach Deutschland überstellt und kam im Juni 2024 frühzeitig frei – mit der Auflage, das österreichische Staatsgebiet nicht mehr zu betreten.

Vater lernte Mutter während Strafhaft kennen

Z. setzte sich darüber hinweg. Während der Haft hatte er über eine Dating-App eine Wienerin kennengelernt. Nach seiner Entlassung fuhr er nach Wien und seine Partnerin, P., wurde schwanger. Linda, deren Namen profil zu ihrem Schutz geändert hat, sei laut ihrer Mutter ein absolutes „Wunschkind“ gewesen.

Ende März 2025 kam das „Wunschkind“ in Wien zur Welt. Kurz bevor sie zwei Monate alt wurde, konnte nur eine Notoperation im AKH ihr Leben retten. Schuld daran, so die Anklage, seien ihre Eltern. Was treibt Eltern dazu, ihr eigenes Kind zu verletzen?

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Google-Suchanfrage der Mutter

Ermittler fanden sie auf ihrem Handy

Vater Z. wird als manipulativer Charakter beschrieben, als Mann, der andere leicht für sich gewinnen könne. In der Anklageschrift, die profil vorliegt, wird ihm von einem Gutachter „eine schwerwiegende, dissoziale Entwicklung mit hoher Neigung zu expliziter Gewalt“ attestiert. Das ist brisant: Warum wurde bei früheren Verurteilungen in Österreich und Deutschland nie ein psychiatrisches Gutachten erstellt? Dann würde der Mann vielleicht jetzt schon in einer forensisch-therapeutischen Einrichtung sitzen – dorthin will ihn die Staatsanwaltschaft Wien nun gerichtlich einweisen lassen.

Schon während der Schwangerschaft soll sich das wahre Gesicht von Z. gezeigt haben. In ihren ersten Zeugenvernehmungen deckte die Frau ihren Ex-Partner noch. Später berichtete sie den Ermittlern, er hätte sie geschlagen, gegen ihre Beine getreten und gedroht, er werde ihr Gesicht „demolieren“.

Doch die Mutter war aus Sicht der Staatsanwaltschaft nicht nur ein Opfer.

Jakob Winter

Jakob Winter

ist Digitalchef und seit 2025 Mitglied der Chefredaktion bei profil. Gründete und leitet den Faktencheck faktiv.