Check-in: Ahin und Khalid aus Syrien

Check-in: Ahin und Khalid aus Syrien

Flüchtlinge erzählen ihre Geschichte. Diese Woche: Ahin, 24, und Khalid, 35, aus Syrien.

Ich heiße Ahin und bin 24. Mein Mann Khalid ist 35 und so wie ich Kurde. Gemeinsam mit unseren beiden Söhnen Yussif (5) und Shayad (3) sind wir im vergangenen August nach Österreich gekommen. Wir sind Kurden aus dem Nordosten Syriens und haben
zuletzt in Damaskus gelebt. Aber dort war ein normales Leben für uns nicht mehr möglich. Schulen und Kindergärten funktionierten nur mehr sporadisch. Es gab immer wieder Bombenexplosionen und man wusste oft nicht, ob man am Abend wieder heil nach Hause kommen würde. Strom gab es meist nur für eine Stunde am Tag. Außerdem wurde das Leben immer teurer. Ein Brot kostete plötzlich zehn Mal mehr. Da Khalids Bruder schon seit einigen Jahren in Wien lebt, haben wir uns schließlich zur Flucht entschlossen und uns von unseren Eltern verabschiedet.

Für Schlepper gingen sämtliche Ersparnisse drauf. Die Flucht auf dem Landweg über die Türkei, Bulgarien, Rumänien und Ungarn kostete uns 16.000 Euro. Aber wir wollen unseren Kindern eine Zukunft in Frieden ermöglichen. Wir wurden in Österreich sehr gut aufgenommen, wofür wir auch sehr dankbar sind. In Purkersdorf hat uns eine nette Familie in ihr Haus aufgenommen. Deren Kinder verstehen sich trotz aller Sprachprobleme mit unseren sehr gut. Jetzt leben wir hier zu acht, und wir danken unseren Gastgebern und auch Österreich für die herzliche Aufnahme. Yussif geht schon in den Kindergarten. Mein Mann und ich besuchen hier einen Deutschkurs. Khalid ist gelernter Koch und träumt von einem eigenen Kebap-Stand. Im Dezember haben wir einen positiven Asylbescheid bekommen. Wir haben eine kleine Wohnung in Pressbaum gefunden und werden im Februar übersiedeln.