Edith Meinhart: Angstmacht

Edith Meinhart: Angstmacht

Ein Erdbeben in Österreich? Seliges Land, in dem sich die wirklich ernsten Ernstfälle so selten ereignen, dass sich kaum jemand noch davor fürchtet.

Und sollte uns doch einmal eine Katastrophe heimsuchen, schützt und versorgt uns "der Staat“. Ihm stehen die großen Apparate und die Experten zur Verfügung, die wissen, was zu tun ist. Das ist ein gutes Gefühl.


Was ist eine Flüchtlingskrise, die lange absehbar war, gegen ein Erdbeben?

Moment: Im wirklich ernsten Ernstfall sitzt das staatliche Krisen- und Katastrophenmanagement im Innenministerium, also ausgerechnet in jenem Ministerium, das nicht in der Lage ist, ein Flüchtlingslager menschenwürdig zu führen? Das es nicht schafft, ein paar Tausend Menschen mit Wasser, Betten und Medikamenten, die Essensausgaben reibungslos zu organisieren oder Duschen aufzustellen, wie der jüngste Traiskirchen-Bericht von Amnesty International zeigt? Das macht Angst.

Was ist eine Flüchtlingskrise, die lange absehbar war, gegen ein Erdbeben? Ein wirklich gutes Gefühl kann man als Bürger dieses Landes nur haben, wenn man das staatliche Krisen- und Katastrophenmanagement in den Händen von Profis weiß. Man sollte es dem Innenministerium wegnehmen.