Lkw-Fahrer fotografiert Elch

Emil und die Detektive. Warum halb Österreich einem Elch folgt

Ein Elch trottet gemütlich durch Felder, Dörfer, Straßen, Gärten und begeistert die Menschen. Warum weckt ausgerechnet ein nicht heimisches Wildtier das Beste im Österreicher?

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Seit er sich von Polen kommend auf Wanderschaft gen Süden begab, überquerte Elch Emil die Landesgrenzen von Tschechien und Österreich, stakste im niederösterreichischen Weinviertel durch Wiesen, Felder, Gärten; trottete unbeirrt von Schaulustigen und Polizeieskorten unsere Bundesstraßen entlang; wollte sogar die Autobahn A22 elchtesten (wovon ihn die Polizei mit quergestellten Autos abhielt). Bei Klosterneuburg vor Wien demonstrierte er bei einer Abkühlung in einem Seitenarm der Donau, welch ausgezeichnete Schwimmer Elche sind.

Die Wiener rüsteten sich schon für ein „alter Schwede!“. Doch das Tier aus dem Norden entschied sich dann doch gegen die zweitlebenswerteste Stadt der Welt, weil zu laut, eng, hektisch, warm. Seine Gattung schätzt eine Durchschnittstemperatur von 14 Grad. Emils innerer Kompass adjustierte sich nach seiner erfolgreichen Donauquerung westwärts Richtung Tulln (Stand Donnerstag).

Clemens Neuhold

Clemens Neuhold

Seit 2015 Allrounder in der profil-Innenpolitik. Davor Wiener Zeitung, Migrantenmagazin biber, Kurier-Wirtschaft. Leidenschaftliches Interesse am Einwanderungsland Österreich.