Europawahl 2014: Sachlichkeit zahlt sich doch aus

Europawahl 2014: Sachlichkeit zahlt sich doch aus

Das Ergebnis der Europawahlen in Österreich hat nach Hochrechnungen zum Wahlschluss zu keinen besonderen Überraschungen geführt. Die ÖVP verteidigt mit leichten Verlusten Platz Eins, die SPÖ bleibt in etwa gleich stark auf Platz Zwei.

Die FPÖ konnte – wie erwartet- von einem niedrigen Ergebnis 2009 (12,7%) deutlich zulegen und landet mit rund 20 Prozent auf Platz drei. Die Grünen kämpften um ein drittes Mandat und liegen mit über 14 Prozent klar vor den Neos.

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Die Wahlbeteiligung liegt leicht unter dem Ergebnis von 2009 – damals gibgen knapp 46 Prozent zu den Urnen.
Dass sich fachliche Kompetenz und Geradlinigkeit auszahlen, dafür steht der Erfolg des ÖVP-Spitzenkandidaten Othmar Karas. Oft im Clinch mit seinen Parteichefs zog er erstmals als VP-Zugpferd in den Wahlkampf , wobei er auch Wähler anderer Parteien angesprochen hat.
SPÖ-Spitzenkandidat Eugen Freund hat seiner Partei nicht zum erhofften Wahlsieg verholfen. Offenbar lag dies weniger an anfänglichen Hoppalas des ehemaligen TV-Stars, sondern an der mangelnden Mobilisierung der Basis. Vor allem in Wien verzichteten offenbar viele Genossen auf ihr Wahlrecht.

Ihren Zugewinn auf Platz 3 – der Dritte der EU-Wahlen 2009, die Liste Hans-Peter Martin, trat nicht mehr an- verdankt die FPÖ ihrem klaren Anti-EU-Kurs. Dass sie nicht auf noch mehr Stimmen kam, liegt am abgesetzten Spitzenkandidaten Andreas Mölzer, der sich mit unsäglichen Vergleichen selber ins Out manövriert hatte. Künftig werden die Blauen unter Listenchef Harald Vilimsky statt bisher mit zwei gleich mit vier EU-Mandataren im Europa-Parlament vertreten sein, falls eine neue Rechtsaußen-Fraktion nicht zustandekommt, müssen sie aber wieder auf den Bänken der Fraktionslosen Platz nehmen.

Die Grünen schnitten besser ab als prognostiziert. Mit über 14 Prozent konnten sie um fünf Prozentpunkte gegenüber 2009 zulegen und erreichen. unter der fachlich anerkannten Frontfrau Ulrike Lunacek drei Mandate.

Die Neos errangen mit 8,5 Prozent ein Mandat. Dass sie nicht mehr Stimmen gewinnen konnten, lag an den etwas zu naiven Äußerungen der Spitzenkandidatin Angelika Mlinar, die sich für Privatisierungen von Wasserversorgung, Müllabfuhr und Spitäler ausgesprochen hatte.