Flüchtlinge: Thomas Stipsits singt gegen Vorurteile

Flüchtlinge: Thomas Stipsits singt gegen Vorurteile

Weil in der Asylpolitik „der Ton immer radikaler wird“, hat Kabarettist Thomas Stipsits ein Lied aufgenommen – das Video ist ein viraler Hit.

Die Asyldebatte ist extrem erhitzt, erst diese Woche schlug die FPÖ-Nationalratsabgeordnete Dagmar Belakowitsch-Jenewein vor, Asylwerber in Militärflugzeugen abzuschieben, denn da „da drinnen können sie schreien, so laut sie wollen“, ohne dass es die Öffentlichkeit hört.


Ich wollte dieser menschenverachtenden Politik keine Plattform bieten

Nun meldet sich auch der Kabarettist Thomas Stipsits zu Wort – mit einem selbst komponierten Song. Auf Facebook schreibt er: „Ich wollte eigentlich dieser menschenverachtenden Politik keine Plattform bieten. Da aber der Ton immer radikaler wird, möchte ich darauf doch antworten und meine Gedanken mit euch teilen. Dieses Lied habe ich vor 5 Jahren auf Karpathos geschrieben und ich dachte nie, dass es einmal so aktuell werden wird. Das macht mir Angst.“

Ich wollte eigentlich dieser menschenverachtenden Politik keine Plattform bieten. Da aber der Ton immer radikaler wird, möchte ich darauf doch antworten und meine Gedanken mit euch teilen. Dieses Lied habe ich vor 5 Jahren auf Karpathos geschrieben und ich dachte nie, dass es einmal so aktuell werden wird. Das macht mir Angst. Schönes Wochenende. Euer Thomas

Posted by Thomas Stipsits on Freitag, 19. Juni 2015

Das Lied greift etliche Vorurteile gegen Asylwerbern auf, zum Beispiel, dass es diesen besser ginge als den österreichischen Staatsbürgern, oder dass sich viele Asylwerber angeblich ungebührlich aufführen würden, was der durchschnittliche Österreicher auch nicht täte. Zitat aus dem Lied:

„Kumm mir ja net mit ‚der fiaht si auf’ und ‚probier des durtn moch’n’.
Und dem bledn ‚dem geht’s bessa’-Schmäh. Da kannst du no so deppat lach’n.
Und i frog mi, woher kummt der Zorn, glaubst du wirklich, dass dir der was nehmen wü?
Waßt du, was der alles mitg’mocht hat? Wüst di blamiern jetzt oder bist ganz anfocht stü?“

Der Song erhält online sehr viel Zuspruch und wurde vier Stunden nach Veröffentlichung bereits mehr als 2000 Mal auf Facebook geliked und 1300 Mal geteilt.