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Gegen die Hitze in der Stadt, aber bitte sinnvoll!

Es wird immer heißer, besonders im urbanen Raum. Um den hohen Temperaturen entgegenzuwirken, haben Österreichs Städte unterschiedliche Maßnahmen entwickelt – manche besser geeignet, manche weniger.

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„Die Kosten einer Brunnhilde betragen rund 10.000 Euro“, antwortete die Stadt Wien Ende letzter Woche auf eine Anfrage von profil. Hiermit war freilich nicht der Kaufpreis einer Dame mit ebendiesem klingenden Namen gemeint. Vielmehr handelt es sich um die Summe für einen mobilen Brunnen mit Sprühfunktion, von denen die Hauptstadt mittlerweile 75 aufgestellt hat – „um die Umgebung abzukühlen“. Das sommerliche Kühlungskonzept Wiens beinhaltet weiter auch 100 Sprühnebelanlagen, sogenannte „Sommerspritzer“. Kostenpunkt: jeweils 8.000 Euro, wie es von der Stadt heißt.

Wieviel die dabei versprühten feinen Wassertröpfchen tatsächlich an Kühlung bringen, kann selbst die Stadt nicht genau beziffern – dem Klima nutzen sie jedenfalls nicht viel, soweit steht fest. „Lediglich in einem Umkreis von wenigen Metern wird die Temperatur gesenkt“, meint Roman Neunteufel von der Universität für Bodenkultur. Kurzfristige Erfrischung bringe der Sprühnebel der hitzegeplagten Bevölkerung bei schweißtreibenden Temperaturen natürlich schon. Und wirklich schaden kann es ja auch nicht, denn: Der Wasserverbrauch sei durch die feine Vernebelung sowieso gering, wird von der Stadt beteuert.

Ob man mit der Summe von insgesamt 1,55 Millionen Euro allerdings sinnvollere Maßnahmen hätte anstellen können? Zum Beispiel 155 Bäume pflanzen, wenn es nach den Berechnungen der Stadt Bregenz geht (für alle, die nicht so schnell im Kopfrechnen sind: 10.000 Euro veranschlagt Vorarlbergs Landeshauptstadt pro Baum). Und Bepflanzung spielt tatsächlich eine zentrale Rolle in der Kühlung von Städten, wie meine Kolleginnen Franziska Dzugan, Christina Hiptmayr, Christa Zöchling und ich in der aktuellen profil-Titelgeschichte beleuchten. Wir zeigen auf, was im Kampf gegen die Hitze im urbanen Raum wirklich hilft, wie sich die neun österreichischen Landeshauptstädte schlagen und warum die hohen Temperaturen vor allem ein soziales Problem darstellen. Fest steht jedenfalls: Österreichs Städte sind gut beraten, schnelle und vor allem effektive Maßnahmen gegen die Hitze zu treffen. Sie sind Opfer und Treiber der Erderhitzung zugleich, und vor allem eines: gefährliche Hitze-Hotspots.

Eine hitzige Debatte (bitte verzeihen Sie diese Überleitung) haben zuletzt auch Enthüllungen des profil ausgelöst: Die von der schwarz-blauen Regierung propagierte Patientenmilliarde war gar keine, wie aus einem Rohbericht des Rechnungshofs hervorgeht. Und plötzlich möchte das auch niemand mehr behauptet haben. Blöd nur, dass es so etwas wie ein Archiv gibt. Brandheiße, neue Details zur Kassenfusion können Sie hier nachlesen.

Bewahren Sie einen kühlen Kopf,

Katharina Zwins

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Katharina Zwins

Katharina Zwins

ist Redakteurin bei profil und Mitbegründerin des Faktenchecks faktiv.