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Österreich
06/27/2020

"Ich mache alles – außer Fleisch“

Wo Menschen prekär arbeiten und leben, gab es immer schon Probleme – die Pandemie macht sie nur sichtbar. Das Ende der Coronakrise entscheidet sich auch in Flüchtlingslagern, Logistikzentren und Schlachthöfen.

von Edith Meinhart

In den kalten Hallen sah er „Riesenkerle mit Muskeln aus Eisen“ knöcheltief im Blut stehen, viele von ihnen Einwanderer, die arbeiteten, „als säße ihnen der Teufel im Nacken“. Mit schnellen Schnitten schlitzten sie Schweinen die Kehle auf, zersägten Brustbeine, zogen Därme aus Rindern, kehrten mit Eisenbesen den Abfall in die Löcher am Boden. Monatelang hielt Upton Sinclair sich unter den Schlachtern, Spaltern, Köpfern und Anstechern auf. Am Abend ließ er sich in ihren engen Behausungen die Geschwüre zeigen, die sie sich in den Pökelkellern zugezogen hatten, die gebrochene Daumen und zerschnittenen Gliedmaßen. Und er notierte, was die Regierungsinspekteure nicht sehen sollten oder wollten: Arbeiter, die in den Schmelzkessel fielen und zu „garantiert reinem Schweineschmalz“ mitverarbeitet wurden. Unfassbare hygienische Zustände. Tausendschaften, die bis zum Umfallen schufteten, weil über ihnen „die Peitsche der Armut knallte“ (...)

Die Verhältnisse sind nicht mehr so infernalisch wie im ausgehenden 19. Jahrhundert, weder in der Fleischindustrie noch in den Arbeitervierteln. Und doch erscheint manches erschreckend aktuell (...)

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