In Aufruhr: Lagerwahlkampf im Internet

Bild mit falschem Zitat auf der Facebook-Seite "Nein zu Van der Bellen"

Bild mit falschem Zitat auf der Facebook-Seite "Nein zu Van der Bellen"

Der Ton wird rauer: Vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl kursieren im Internet hämische Sujets über die Kandidaten.

Die Fanpage „Nein zu Van der Bellen“ verbreitet etwa ein Bild, auf dem der Kandidat mit zwei Sätzen zitiert wird. Zum einen: „Ja, wir sind eine Ausländerpartei. Na und?“ Zum anderen: „Ja, ich bin ein Ausländerpräsident. Na und?“ Den ersten Satz sagte Van der Bellen wirklich im Jahr 2010, als er auch über seinen Migrationshintergrund sprach. Für das zweite Zitat lässt sich keine Quelle finden. Kein Wunder. Wer genau hinsieht, erkennt, dass das vermeintliche Zitat angeblich erst in der Zukunft fallen wird – aber so genau sehen eben viele Nutzer nicht hin.

Die Seite „Nein zu Van der Bellen“ ist auch sonst nicht gerade freundlich zum Kandidaten: Ein weiteres Bild zeigt einen Hund, der eine rot-weiß-rote Fahne im Maul hält, dazu der orthografisch fragwürdige Satz: „Kein Hackerl für Van der Gackerl“.

Aber auch die Van-der-Bellen-Anhänger teilen derzeit hämische Bilder. Die Fanpage „KC Streichel“ (eine satirische Anspielung auf Heinz-Christian Strache) verbreitete etwa eine Zeichnung, in der Norbert Hofer als von Strache ferngesteuerter Roboter dargestellt wird. Ein anderes Sujet zeigt einmal das Logo des Discounters Hofer und einmal den freiheitlichen Kandidaten, beim Bild der Supermarktkette steht „guter Hofer“, beim Bild des Politikers steht „schlechter Hofer“. Die Polarisierung in der politischen Debatte ist zumindest im Netz schon deutlich erkennbar. Auch die konzilianteren Fans formieren sich, etwa mit „Expats for Van der Bellen“ auf Facebook und Twitter.