profil-Morgenpost: Ferrari und Traktor

profil-Morgenpost: Ferrari und Traktor

Guten Morgen!

Clemens Neuhold

Clemens Neuhold

Ein bösartiger Kollege der Tageszeitungs-Gilde hat sein Blatt einst mit einem Ferrari verglichen, um sich von den Wochenzeitungen (genau, die Traktoren) abzusetzen. Doch Tempo ist nicht alles. Im tuckernden Wochenrhythmus bleibt Zeit für die grundsätzlichen Fragen, die Tage oder Wochen später vakant werden können. So hat die vielleicht profundeste Kennerin der FPÖ, Kollegin Christa Zöchling, FPÖ-Chef Norbert Hofer drei Wochen vor der Nationalratswahl gefragt: „Wenn Herbert Kickl einen Vorzugsstimmen-Rekord hinlegt, steht ihm dann nicht automatisch die Parteispitze zu?“ Hofers höfliche aber eindeutige Antwort im Interview: „Bei anderen Parteien kennt man den Zweiten gar nicht. Wir aber haben Herbert Kickl, der sehr beliebt ist.“ Zöchling sah es kommen. Nun ist es amtlich: Kickl hat Hofer bei den Vorzugsstimmen vom 1. Platz verdrängt. profil-Leser wussten bereits: Aus Sicht Hofers bleibt Kickl in der Partei die klare Nummer 2.

Eine weitere Ansage, die gestern vakant wurde: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Strache Mitglied im FPÖ-Klub wird“, sagte der stellvertretende FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner vergangene Woche zu profil – für den Fall, dass Philippa Strache doch in den Nationalrat einziehen darf. Sie darf. Und flugs warf ihr gestern die FPÖ die Klubtüre vor der Nase zu. Nimmt sie das Mandat an, wird sie wilde Abgeordnete. Ihren Mann Heinz-Christian Strache darf sie aber nicht als parlamentarischen Angestellten engagieren, haben die Kollegen von der Tageszeitung recherchiert.

Schneidig irgendwie. Ferrari-Fahrer eben.

Bleiben Sie auf der Spur, erfolgreichen Tag.

Clemens Neuhold