profil-Morgenpost: Jede Wendezeit hat ihre Bilder

Sehen wir hier die zukünftige Regierung?

Sehen wir hier die zukünftige Regierung?

Guten Morgen!

Eva Linsinger

Eva Linsinger

Jede Wendezeit hat ihre Bilder, die sich ins kollektive Gedächtnis eingraben. Zur Hochphase des Ibiza-Skandals war das die berühmteste Tapetentür der Republik, hinter der Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit Bundeskanzlern, Ministern oder auch Verfassungsrichterinnen verschwand – um wenig später mit Altkanzlern, Ex-Ministern oder auch Bundeskanzlerinnen wieder hervorzukommen. Begleitet stets von kultiviert lässigen oder tröstlichen Worten über die „Schönheit der Verfassung“ oder „So sind wir nicht“.

Knautschgesicht und Skepsis

Nun, zu Beginn der Wendezeit-Wochen, in denen sich das Schicksal der Post-Ibiza-Republik entscheidet, wo verhandelt wird, ob ÖVP und Grüne erstmals zu einer Koalition auf Bundesebene zusammenfinden, beginnen sich Polit-Interessierte an das wesentlich kargere Ambiente des Winterpalais von Prinz Eugen zu gewöhnen: Existenzielle Leere im imperialen Rahmen, eine Österreich- und eine Europafahne, davor Grünen-Chef Werner Kogler mit blauem Hemd und Knautschgesicht, und Sebastian Kurz mit konzentriert-optimistischer Grundhaltung. Beide Parteichefs sind die stärksten Obleute ihrer Parteien seit langem, haben veritablen Handlungsspielraum – verströmen aber dennoch gezielt Skepsis, ob das Wagnis Türkis-Grün gelingt. Wir bleiben gespannt, vergessen aber nicht, die Aufräumarbeiten der Justiz über türkis-blaue Nehmerqualitäten zu beleuchten. Etwa hier oder hier.

Migranten und Migrationsbekämpfer

Eine Koalitionsverhandlungs-Untergruppe widmet sich „Europa, Migration und Integration“, einem der strittigsten Themen zwischen der ÖVP, die ihre Mitte-Rechts-Politik hochhält, und den Grünen, die gegen diese Mitte-Rechts-Politik demonstriert haben. Noch dringt wenig nach außen – eine ideale Zeit, sich dem Thema von anderer Seite und aus unterschiedlichen Perspektiven zu nähern: In Nordafrika stehen sich Migranten und Migrationsbekämpfer gegenüber. Zwei von ihnen, der 27-jährige Lam Magok , und Oberst Abdulhafid Elmabruk erzählen. „Der Gefangene und der Wärter“ heißt die Geschichte, im ePaper hier nachzulesen.

Haben Sie einen schönen Tag!

Eva Linsinger